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Christen in Nahost

Gewaltopfer Zum wiederholten Mal in diesem Jahr sind Kopten in Ägypten Ziel tödlicher Gewalt geworden. Die Kopten in Ägypten sind die größte christliche Glaubensgemeinschaft im Nahen Osten. Sie machen zwischen sechs und zehn Prozent der 80 Millionen Einwohner in Ägypten aus. Die koptische Kirche selbst gibt die Zahl ihrer Gläubigen mit zehn Millionen an. Ägypten ist ansonsten mehrheitlich muslimisch.

Islamisierung Besonders durch die zunehmende Islamisierung des Landes im Laufe der vergangenen Jahrhunderte verloren die Christen in Ägypten immer mehr an Einfluss. Heute sehen sie sich im Alltag häufig Diskriminierungen und Benachteiligungen ausgesetzt. Zwar leben sie im ganzen Land verstreut und sind auch in so gut wie allen gesellschaftlichen Schichten vertreten. Wichtige Posten etwa im Justizwesen, in der Wissenschaft und im Staatsapparat bleiben ihnen aber verwehrt. Auch im Parlament sind sie unterrepräsentiert.

165000 Kopten gehören der katholischen Richtung an, an deren Spitze Patriarch Antonios Naguib steht. Die Mehrheit der koptischen Christen gehört der koptisch-orthodoxen Kirche an, an deren Spitze Patriarch Schenuda III. steht. Der koptisch-evangelischen Glaubensrichtung gehören dem Weltkirchenrat zufolge rund 250 000 Christen an. Das Wort "koptisch" hat denselben Wortstamm wie das Wort für "Ägypter" in der altgriechischen Sprache. Gesetzliche Auflagen Vor allem macht den Kopten im Alltag ein Gesetz zu schaffen, das strikte Auflagen für den Bau einer Kirche vorsieht. Muslime benötigen diese für den Bau einer Moschee aber nicht. Durch derlei Schikanen und interreligiöse Konflikte hat sich in den vergangenen Jahren auch das Verhältnis zwischen Muslimen und Christen in Ägypten deutlich verschlechtert.

Deutschland Das Oberhaupt der koptischen Christen in Deutschland, Bischof Anba Damian, fordert nach den Straßenkämpfen in Kairo stärkeren internationalen Druck auf den ägyptischen Militärrat. "Ägypten wird von sich aus nicht besser", sagte der Bischof.