Überblick

Liberia und Jemen - zwei instabile Länder

Liberia: Das Land ist die älteste Republik Afrikas. Sie wurde 1847 von freigelassenen amerikanischen Sklaven ausgerufen. Die jüngste Geschichte des westafrikanischen Landes am Golf von Guinea ist vor allem durch den Bürgerkrieg geprägt, der von 1989 bis 2003 tobte. Die Sicherheitslage hat sich verbessert, ist aber noch nicht stabil. Seit 2003 sind UN-Friedenstruppen im Land. Rund 3,8 Millionen Menschen leben in dem Staat, der mit knapp 112 000 Quadratkilometern etwa halb so groß ist wie Großbritannien. Im Großraum der Hauptstadt Monrovia sollen mehr als eine Million Einwohner und Flüchtlinge wohnen. Arbeitslosigkeit ist im ganzen Land weitverbreitet. Der Bürgerkrieg hat weite Teile der Infrastruktur zerstört, Geschäftsleute sind nicht zurückgekehrt. Wirtschaftliches Potenzial sehen viele vor allem in den reichen Rohstoffvorkommen - darunter Kautschuk, Eisenerz, Gold, Diamanten, Holz. Trotz aller Probleme ist Liberia das erste afrikanische Land, das eine Frau zur Präsidentin gewählt hat. Die diesjährige Friedensnobelpreisträgerin Ellen Johnson-Sirleaf ist seit Januar 2006 im Amt.

Jemen: Seit Beginn der Massenunruhen in der arabischen Welt hat der seit 1978 im Jemen regierende Präsident Ali Abdullah Salih die Proteste Hunderttausender Regimegegner mit brutaler Gewalt niederschlagen lassen. Bei schweren Kämpfen kamen zahlreiche Zivilisten ums Leben. Die Republik gilt als Armenhaus Arabiens und hat überdies ein gewaltiges Terrorproblem. Die Organisation al-Qaida nutzt das von Bergen und Wüsten geprägte Land im Südwesten der Arabischen Halbinsel als Rückzugsgebiet mit Ausbildungslagern. Das auch nach der Vereinigung von Nord- und Südjemen politisch gespaltene Land mit seinen zahlreichen Stämmen gilt in weiten Teilen als unregierbar. Viele Männer sind auch im Alltag mit Krummdolch und Gewehr bewaffnet. Im Vergleich zu den arabischen Nachbarstaaten sind Wirtschaft und Infrastruktur schwach entwickelt.