IAEA-Bericht

Funkengeneratoren, Neutronenquellen und Kernwaffendesign

Die Zuordnung von kerntechnischen Aktivitäten des Iran zu einer militärischen Nutzung ist das große Problem für die Internationalen Atomenergieagentur (IAEA). Sie glaubt jedoch Belege dafür zu haben, dass einige dieser Aktivitäten eindeutig militärischer Natur sind.

Explizit nennt die IAEA Hochgeschwindigkeitsschalter und Funkengeneratoren, die zum Schalten und Zünden von nuklearen Sprengladungen gebraucht werden. Zudem Hochgeschwindigkeitskameras, wie sie Ingenieure zum Überprüfen von Kernexperimenten dienen. Außerdem ist von Neutronenquellen die Rede, die benötigt werden, um kernwaffentechnische Messgeräte zu eichen. In dem IAEA-Bericht werden auch Trainingsunterlagen für Experten erwähnt, die Spaltprozesse berechnen und simulieren wollen.

Weiterer Vorwurf: Das Land habe Nuklearmaterial gewonnen - und dies nicht wie vorgeschrieben deklariert. In dem Zusammenhang spricht die Agentur unter anderem auch von Fabriken zur Urananreicherung, die geheim errichtet und der IAEA erst gemeldet wurden, nachdem diese schon von ihrer Existenz wusste.

Schwer wiegt, dass sich der Iran in der Zeit vor 2003 über ein "verschwörerisches Nuklearbeschaffungsnetzwerk" Informationen zu Atomwaffen beschafft habe. Die Dokumente betrafen Design, Entwicklung und Herstellung von einzelnen Komponenten für Kernwaffen. Teheran habe aber auch an einem eigenständigen Design von Waffenkomponenten gearbeitet. Eine Erkenntnis der IAEA betrifft die Umwandlung von hoch angereicherten und gasförmigen Uranverbindungen zu reinem, metallischem Uran, wie es typischerweise für Kernwaffen nötig sei.

Ebenfalls wiegt schwer, dass das Land Detonatoren erworben oder selbst gebaut haben soll, wie sie zum Zusammenführen von Uranteilladungen nötig sind. Erst wenn diese Teilladungen vereint sind, startet die nukleare Kettenreaktion. Der Iran habe sich laut der Agentur zudem das Konstruktionsdesign beschafft, mit dem man die Teilladungen zeitlich und räumlich möglichst homogen zusammenführen kann.