Rückblick

Tod, Gefängnis, Exil: Wie andere Diktatoren ihr Ende fanden

Die Geschichte zeigt, dass nur wenige Diktatoren von Gerichten verurteilt worden sind. So wie Muammar al-Gaddafi klammerten sich viele bis zu ihrem Tod an die Macht, weil sie das Ende ihrer Herrschaft nicht wahrhaben wollten. Andere Tyrannen wiederum entgingen ihrem Urteil, in dem sie sich das Leben nahmen oder ins Exil flüchteten.

Analphabet Idi Amin, irgendwann zwischen 1924 und 1928 als Sohn eines Bauern in Uganda geboren, trug den Beinamen "Schlächter von Afrika". Anfangs machte er Karriere als Boxer, von 1951 bis 1960 war Amin ugandischer Meister im Halbschwergewicht. Dann verlegte er sich auf das Militär, in dessen Rängen er schnell aufstieg. 1971 stürzte er Präsident Obote und errichtete ein Terrorregime, durch das 300 000 bis 500 000 Menschen starben. Auch die vierte von Amins fünf Frauen wurde zerstückelt aufgefunden. 1979 floh der angeblich strenggläubige Muslim vor tansanischen Truppen und Rebellen nach Libyen zu seinem Gönner Gaddafi, der ihn nach Djidda in Saudi-Arabien abschob. Dort starb er im August 2003 nach Leber- und Nierenversagen.

Der gelernte Schuster Nicolae Ceausescu (1918-89) machte schnell Karriere bei den Kommunisten, bis er es 1965 an die Spitze der Partei und schließlich Rumäniens schaffte. Der Sohn eines Bauern riss immer mehr Ämter an sich und ließ sich schließlich "Conducator" (Führer) nennen. Er richtete die rumänische Wirtschaft zugrunde, Ende der 80er-Jahre sprach man wegen der drastischen Versorgungsengpässe von "Ceausescu-Wintern". Minderheiten unterdrückte er brutal. Ceausescus berüchtigter Geheimdienst Securitate deportierte, folterte und ermordete Oppositionelle. Gemeinsam mit seiner Frau floh er 1989 vor Protesten in Bukarest, die beiden wurden aber bald von Soldaten gefasst und vor ein Militärgericht gestellt. Ihre Hinrichtung erfolgte drei Tage später.

François "Papa Doc" Duvalier wurde 1907 in Port-au-Prince auf Haiti geboren. Er studierte Medizin, wurde Leiter des Volksgesundheitsdienstes und später Arbeitsminister. 1957 putschte er sich an die Macht, die er mit der berüchtigten Miliz Tontons Macoutes hielt - Gegner wurden ermordet. Der Mann ernannte sich zum Präsidenten auf Lebenszeit, alle Attentats- und Invasionsversuche scheiterten. In einem der ärmsten Länder der Welt lebten er und seine Familie in einem Palast, in dem Duvalier nach einem Herzanfall 1971 starb.

Der irakische Ex-Diktator Saddam Hussein wurde 2003 in einem Erdloch 15 Kilometer südlich seiner Heimatstadt Tikrit gefasst. Er trug einen langen Bart und hatte kaum noch Ähnlichkeit mit dem einst machtvollen Kriegsherrn. Saddam Hussein wurde später von einem Sondertribunal zum Tode verurteilt und am 30. Dezember 2006 in Bagdad hingerichtet.

Mit Unterstützung der Roten Khmer führte Pol Pot ein Terrorregime in Kambodscha, dem mehr als zwei Millionen Menschen zum Opfer fielen. Erst 1997 wurde der schwer kranke Ex-Diktator in seinem Versteck in einem unwegsamen Dschungelgebiet nahe der Grenze zu Thailand gefunden. 1998 starb er im Hausarrest.