Papstbesuch

Mittags-Menü vom Berliner Sternekoch

Bevor der Papst im Bundestag gesprochen hat, stärkte er sich in der Katholischen Akademie mit einem Menü vom Berliner Meisterkoch Marco Müller. Als Vorspeise gab es in Vichy-Wasser marinierten Saibling mit geschmorter Amalfizitrone und Mandelstaub. Das Hauptgericht war confierte Rinderbrust mit Kartoffel-Rosmarin-Püree und Gartenbohnen.

Das Dessert kam dem Geschmack Benedikts XVI. sehr entgegen: ein halbflüssiger, warmer Frankfurter Schoko-Pudding mit Nougatkern und dazu Sauerampfereis.

"Der erste Anfrage kam Anfang Juni", erzählt der 41-jährige Sternekoch aus der Weinbar Rutz, die in unmittelbarer Nähe der Katholischen Akademie liegt. Damals fragte Georg J. Ernsting von der Erzbischöflichen Vermögensverwaltung an, ob Müller für den Papst kochen wolle. An die Vorgabe des Drei-Gänge-Menüs ist Müller mit seinem Team "wie üblich" herangegangen. "Wir haben uns über besondere Vorlieben informiert - der Papst mag Schokolade - und drei Vorschläge geliefert", so Müller. Nach einer Überarbeitung gab es den päpstlichen Segen. "Einfach und doch fein" beschreibt der Sternekoch sein Pontifex-Menü.

Für das Papst-Menü trat Müller mit seinem gesamten Küchenteam an. "Die größte Herausforderung war neben der Speisefolge die Verpflichtung zu absoluter Geheimhaltung." Nicht einmal seiner Freundin habe er davon erzählt. Außerdem wurde das Team der Weinbar Rutz sicherheitsüberprüft. Alle Zutaten und Weine mussten abgegeben werden, wurden durchleuchtet, untersucht und in einem tresorähnlich gesicherten Kühlraum der Katholischen Akademie verwahrt, bis das Küchenteam anrückte. Müller, der schon für Angela Merkel oder Michael Jackson gekocht hat, hat derartige Sicherheitsmaßnahmen "noch nie erlebt". Wer mag, kann das "Papst-Menü" ab heute in der Weinbar Rutz selbst probieren.