Familienpolitik

Deutsche wollen mehr Hilfe bei der Pflege

Was wünschen sich die Deutschen von der Familienpolitik? Für den "Monitor Familien 2011" hat das Institut für Demoskopie Allensbach 1751 Bundesbürger über 16 Jahre befragt.

Pflege von Angehörigen: Die Forderung, die den Deutschen am wichtigsten ist, lautet: Personen, die pflegebedürftige Angehörige zu Hause betreuen, sollten besser unterstützt werden. 74 Prozent wünschen sich dies - Platz eins unter den familienpolitischen Themen.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Dieses Thema steht ebenfalls ganz oben bei den Forderungen an die Familienpolitik: 72 Prozent wünschen sich, dass Familie und Beruf leichter zu vereinbaren sind. Damit landet das Anliegen auch auf Platz acht bei der Frage nach den wichtigsten politischen Aufgaben: Dort steht der Kampf gegen Arbeitslosigkeit an erster Stelle, gefolgt von der Sicherung der Renten. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf landet hier aber mit 47 Prozent noch vor der Umsetzung des Atomausstiegs (45 Prozent) und dem Wunsch nach Steuersenkungen (35 Prozent).

Finanzielle Hilfe: Auf die Frage "Reicht die finanzielle Hilfe für Familien aus?" antworten 43 Prozent mit Nein, 32 Prozent mit Ja. Hier hat sich in den vergangenen fünf Jahren viel verändert: 2006 sagten noch 59 Prozent, dass die finanzielle Unterstützung für Familien zu gering sei.

Künstliche Befruchtung: 45 Prozent der Befragten fordern, dass es vom Staat finanzielle Unterstützung für Paare gibt, die solch eine Behandlung wünschen - 34 Prozent sind dagegen. Bei den Eltern mit Kindern unter 18 Jahren fordern sogar mehr als die Hälfte (51 Prozent) eine Unterstützung vom Staat.

Kinder: Die Zahl der Deutschen, die keine Kinder haben möchte, nimmt langsam ab: Im vergangenen Jahr sagten 20 Prozent der Kinderlosen unter 50 Jahren, dass sie keinen Nachwuchs haben möchten, in diesem Jahr sind es nur noch 18 Prozent.

Väter: Von den befragten Vätern, die Familie und Beruf nicht gut miteinander vereinbaren können, sagen 71 Prozent, ihnen würde am meisten helfen, wenn sie beruflich nicht so eingespannt wären, 45 Prozent wünschen sich mehr Unterstützung vom Staat. Von allen Befragten gibt es ein gutes Zeugnis für die Väter: 67 Prozent glauben, dass sie sich heute mehr an der Erziehung und Betreuung ihrer Kinder als vor fünf oder zehn Jahren beteiligen.

Mütter: Fast jede zweite Mutter (48 Prozent), die Familie und Beruf nicht gut vereinbaren kann, wünscht sich eine stärkere Unterstützung vom Staat. 42 Prozent wollen, dass sich Kindergärten und Schulen mehr nach den Arbeitszeiten der Eltern richten. Nur 23 Prozent klagen darüber, beruflich zu stark eingespannt zu sein.