Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern

Wowereit: Rückenwind für Berlin-Wahl

Zwei Wochen vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus sieht der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) in dem Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern Rückenwind für die eigene Wiederwahl.

In Berlin kommt es nach Darstellung Wowereits für die SPD jetzt darauf an, im Wahlkampfendspurt engagiert zu kämpfen. Erneut habe sich gezeigt, "wie stark das Vertrauen der Wähler in die Führungskraft der SPD ist".

Die CDU habe in der Wahlheimat von Bundeskanzlerin Angela Merkel erneut eine schwere Schlappe hinnehmen müssen, sagte Wowereit am Sonntag. Die FDP nähere sich immer weiter der Bedeutungslosigkeit. Darin zeige sich, "dass die Menschen die Bundestagskoalition von Union und FDP längst für verbraucht und perspektivlos halten", sagte Wowereit. Von Schwarz-Gelb im Bund werde "nichts mehr erwartet, diese Konstellation ist politisch gescheitert".

Wowereit tritt am 18. September zum dritten Mal als Spitzenkandidat seiner Partei für das Amt des Regierenden Bürgermeisters an. Seit zehn Jahren regiert der 58-Jährige im Roten Rathaus zusammen mit der Linkspartei.

Auch die Grünen in Berlin sehen sich durch die Wahl im Nordosten der Republik bestätigt. "Unser erstes Wahlziel war, in allen Länderparlamenten vertreten zu sein, das ist uns gelungen", sagte der Berliner Fraktionschef der Grünen, Volker Ratzmann. "Die politische Landkarte ist jetzt überall grün", ergänzte die grüne Spitzenkandidatin, Renate Künast.

Der Landes- und Fraktionschef der CDU, Frank Henkel, setzt auf die Fortsetzung der großen Koalition in Mecklenburg-Vorpommern. "Die beiden stärksten Parteien stehen in der Verantwortung", sagte Henkel. Er forderte die SPD auf, die Stabilität nicht aufs Spiel zu setzen. Die Berliner Wahl findet nach Angaben des CDU-Spitzenkandidaten unter anderen Vorzeichen statt. "Die große Koalition in Schwerin kann auf eine erfolgreiche Politik zurückblicken, das ist in Berlin bei Rot-Rot wahrlich nicht der Fall", sagte Henkel. "Wir werden in Berlin bis zuletzt dafür kämpfen, dass der rot-rote Senat abgewählt wird."

Der Berliner Landeschef der Linkspartei, Klaus Lederer, sieht in der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern ein "schönes Ergebnis". Der Stimmenzuwachs sei Motivation, den Wahlkampf-Endspurt in Berlin zu bestreiten.

Bedauerlich ist nach Ansicht aller im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien das Wahlergebnis der NPD. "Ich fordere alle Berliner auf, in zwei Wochen ein deutliches Signal gegen Extremismus zu setzen", sagte Henkel. Auch SPD-Landeschef Michael Müller rief die Berliner auf, am 18. September wählen zu gehen. "Es ist wichtig zu wählen, und zwar demokratisch, damit nicht die kleinen, extremistischen Parteien profitieren."

Die Berliner FDP wollte sich am Sonntag nicht zur Wahlniederlage in Mecklenburg-Vorpommern äußern.

Wir werden in Berlin bis zuletzt kämpfen

Frank Henkel, CDU-Spitzenkandidat