RBB-Wahlsendung

"Renate Künast hat eine tolle Körpersprache"

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Aus einer politischen "Elefantenrunde" lässt sich noch viel mehr über die Spitzenkandidaten der Parteien erfahren, als ihr politisches Profil, ist Bernhard Wirth überzeugt. Der Buchautor, Berater und Experte für Körpersprache hat am Dienstagabend für die Berliner Morgenpost die Sendung des RBB analysiert.

Als erstes war Christoph Meyer ( FDP) an der Reihe. Der 36-Jährige sei zu Anfang sehr selbstsicher aufgetreten, sagt Wirth. "Er hat entspannt gestanden, die Hände waren ruhig, der Kopf leicht nach links geneigt - das steht für eine offene, emotionale Haltung". Beim FDP-Spitzenkandidaten sei alles an den Augen abzulesen gewesen. "Er zwinkert nervös und macht die Augen beim Antworten zu, wenn er mit etwas nicht zufrieden ist", sagt Wirth."

Linken-Spitzenkandidat Harald Wolf sei zu Beginn unsicher gewesen. "Er hat sich festgehalten und gezögert." Wolf sei ein sehr trockener Typ mit wenig Körpersprache, findet Wirth. "Er arbeitet alles rational ab. Nur bei der Frage nach der Gleichstellung von Frauen und Männern ist er emotional geworden, hat weicher reagiert". Das sei gut rübergekommen.

" Renate Künast hat eine tolle Körpersprache, Kopf und Hände sind viel in Bewegung", sagt der Experte. "Aber die Körpersprache kommt vor allem bei parteipolitischen Themen zum Einsatz." Bei der Frage nach der Bundes- und Berlinpolitik dagegen sei Künast im Tonfall schwammig geworden. "Da war sie nicht bei der Sache." Auch ihre Mundwinkel verraten laut Wirth viel. "Sie gehen bei ihr unangenehmen Fragen unkontrolliert nach unten."

Von Frank Henkel zeigt Wirth sich enttäuscht. Der CDU-Mann habe mehr Emotionalität zeigen können. "Er war entspannt, aber sein Lächeln wirkte antrainiert." Henkel habe sich zu Rationalität gezwungen, sagt Wirth. "Mehr Bürgernähe würde ihm besser stehen."

Bei Klaus Wowereit waren die Moderatoren nervös, nicht der SPD-Politiker, sagt Wirth. "Die haben nur noch weiche Fragen gestellt." Der Regierende Bürgermeister habe sehr selbstsicher gewirkt. "Er bezieht sofort die Berliner mit ein, spricht von 'wir'", sagt Wirth. "Ein echter Profi, der aber auch die leichtesten Fragen bekommen hat."

( cbr )