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Gerechtes Studiensystem

Skandalös Als Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) 1964 anfing zu studieren, gab es noch kein BAföG, auch bei seiner Promotion 1970 nicht. Damals existierte eine andere Förderung namens Honnefer Modell. "Entsprechend niedrig war damals die Zahl der Studierenden insgesamt, und besonders der Anteil der Studierenden aus Arbeiterfamilien war geradezu skandalös niedrig", sagt der Politiker heute.

Reform Zöllner wertet das BAföG, das unter Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) eingeführt wurde, als eine große Reform. Damals gab es die Förderung als Vollzuschuss und ohne Darlehensanteil.

Nebenjobs Weniger als ein Fünftel der Studenten in Berlin erhalten derzeit BAföG, wie Zöllner sagt. Weil die Freibeträge leicht steigen, wird die Zahl der Geförderten dann etwas wachsen. Im Schnitt bekommen Berliner Studenten Zöllner zufolge weniger als 500 Euro im Monat. Viele arbeiten deshalb zusätzlich.

Unscharf "Daneben haben wir zwar eine Vielzahl an Stipendiaten anderer Förderprogramme, aber ohne ein gut ausgebautes und finanziertes BAföG kann ein gerechtes Studiensystem nicht funktionieren", sagt Zöllner. Das neue Deutschlandstipendium ist Zöllner noch etwas zu unscharf in seiner Wirkung, weil es "womöglich Leute erreicht, denen es bestimmt nicht an Geld mangelt".

Leistung Bei dem Stipendium übernimmt der Staat eine Hälfte der Kosten, die Uni muss Sponsoren beschaffen, die die andere übernehmen. So sollen junge Talente gefördert werden. Das Stipendium orientiert sich an Leistung, nicht an der Bedürftigkeit.