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Die Morde des Anders Breivik

Jugendcamp Der rechtsradikale Norweger Anders Behring Breivik tötete am 22. Juli bei einem Bombenanschlag im Regierungsviertel von Oslo und bei einem anschließenden Massaker in einem Jugendcamp auf der Insel Utøya insgesamt 77 Menschen. Die meisten Opfer auf der Insel waren Jugendliche im Alter zwischen 14 und 19 Jahren. Sie hatten an dem Sommerlager der norwegischen Jungsozialisten auf der Insel teilgenommen.

Hass Breivik erschoss seine Opfer mit einem Schnellfeuergewehr und einer Pistole. Der 32 Jahre alte Täter gab als Tatmotiv Hass auf den Islam sowie auf die in Norwegen regierenden Sozialdemokraten an. Breivik wird vermutlich erst im kommenden Jahr vor ein norwegisches Gericht kommen. Er soll sich dann laut Staatsanwaltschaft für jeden Mord einzeln verantworten. Möglicherweise soll er wegen "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" angeklagt werden.

30 Jahre Haft wären dann bei einer Verurteilung möglich. Andernfalls wäre nur eine Verurteilung zu maximal 21 Jahren Haft möglich. Zwei Psychiater sollen Breivik auf seine Zurechnungsfähigkeit untersuchen und ihr Gutachten bis Anfang November vorlegen. Seine Tat plante er nach eigenen Angaben neun Jahre lang.

Manifest Breiviks 1500-seitiges Manifest dürfte ein wichtiger Schlüssel bei den Bemühungen sein, den Täter einzuschätzen. In dem vor den Attacken im Netz veröffentlichten Schriftstück wendet er sich unter anderem gegen die Einwanderung von Muslimen. Nach Überzeugung des norwegischen Geheimdienstes PST handelte Breivik auf eigene Faust und tötete aus Berechnung.