Nach Einigung in den USA

Börsen starten optimistisch - und brechen dann ein

Auch wenn sich US-Präsident Barack Obama und John Boehner, Verhandlungsführer der Republikaner, wochenlang gestritten haben, die meisten Börsianer rechneten schon mit einem Kompromiss.

Dennoch gab die Erleichterung den Börsen weltweit einen Schub, als klar war, dass sich beide Seiten tatsächlich geeinigt hatten. So startete der Deutsche Aktienindex Dax kräftig im Plus. In London ging es aufwärts, auch die Börsen in Asien legten zu. Sogar der wichtige US-Index Dow Jones begann im Plus. Es hätte also alles gut sein können. Doch es kam anders.

Denn politische Entscheidungen sind das eine, die wirtschaftliche Realität das andere. Die US-Wirtschaft hangelt sich an einer Rezession entlang, es geht nicht recht aufwärts. Und alle Konjunkturzahlen werden in einer solchen Situation besonders genau beobachtet. Am Montag kam der Einkaufsmanager-Index der US-Industrie. Er ist gesunken, und zwar stärker als erwartet. Experten lesen aus den Daten, dass die Industrie gerade noch so eben wächst. Zudem gab es ein Auftragsminus. Der Ausblick für die zweite Jahreshälfte ist schwach. Und mancher Experte hält das noch für eine positive Bewertung der Lage.

Solche Daten sind verheerend für die Märkte. Und so drehte der Dax umgehend ins Minus und schloss sogar seit langer Zeit wieder einmal unter 7000 Punkten. Auch der Dow Jones rutschte kräftig ab und verlor seine Anfangsgewinne.

Politik und Märkte schauen zudem auf die einflussreichen Ratingagenturen, die wegen der hohen Schulden damit gedroht haben, den USA die AAA-Einstufung als Spitzenschuldner zu entziehen.

Auch der Kurs des Euro geriet nach den schwachen US-Konjunkturdaten stark unter Druck. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,4196 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am frühen Nachmittag noch auf 1,4415 (Freitag: 1,4260) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6937 (0,7013) Euro.

Die Ölpreise stiegen. Der Goldpreis gab dagegen nach.