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Meinung Anderer

Die Welt

Das Massaker in Norwegen rührt an den Festen dieser offenen Gesellschaft. Doch wenn Premier Stoltenberg den Vergleich zum Zweiten Weltkrieg sucht, was Ausmaß und Schwere des Verbrechens anbelangt, so klingt dies unverhältnismäßig wuchtig. Wohl meint er nichts anderes als die Erschütterung und das blanke Entsetzen, das Mord und Gewalt bei jedem Menschen bewirken, der mitansehen muss, wie andere aus dem Leben gerissen werden, und der dazu verdammt ist, mit diesen Bildern und dieser unauslöschlichen Erinnerung weiterzuleben.

Stuttgarter Zeitung

Es ist der Preis für die offene Gesellschaft, dass es gewiefte Verbrecher gibt, die durch ihr Sicherheitsnetz schlüpfen können. Die Folgen können katastrophal sein, wie in Oslo und Utøya. Die Alternative des lückenlosen Überwachungsstaats aber wäre noch katastrophaler. Norwegen wird sich durch die Anschläge verändern, das ist unvermeidbar. Aber die Signale, die jetzt von König, Regierungschef und den Menschen im Land kommen, sind ermutigend. "Ich bewahre den Glauben, dass Freiheit stärker ist als Furcht."

Neue Zürcher Zeitung

Die Tatsache, dass der festgenommene Mann sich überdies auch als einen Christen bezeichnet, ist - fast zehn Jahre nach dem 11. September 2001 - für viele Menschen in Europa eine Erfahrung, die viele Muslime bestens kennen: So fühlt es sich an, wenn Wahnsinnige im Namen des eigenen Glaubens unschuldige Menschen massakrieren."