Rupert Murdoch

Der Medienkonzern und die Chronologie des Skandals

In fast 60 Jahren hat Rupert Murdoch seine News Corporation zu einer der größten Mediengruppen der Welt aufgebaut.

Mit mehr als 50 000 Beschäftigten erwirtschaftet der Konzern rund 33 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr. Zu News Corp. zählen unter anderem Fernsehstudios in den USA, australische Lokalzeitungen und der Pay-TV-Sender Sky Deutschland. Schwerpunkt des Geschäfts sind die Sparten Film und Kabelfernsehen, die zusammen 90 Prozent des operativen Gewinns ausmachen. Mit seinen mehr als 170 Zeitungen und Zeitschriften erwirtschaftet Murdoch sechs Milliarden Dollar Umsatz.

Begonnen hat Rupert Murdoch seine Karriere 1952, als er von seinem Vater die Zeitung "Adelaide News" und eine Beteiligung an der ebenfalls im australischen Adelaide erscheinenden "Sunday Mail" erbte. Im folgenden Jahrzehnt kaufte er in seiner Heimatstadt einen Radiosender, gründete einen Fernsehsender und weitete sein Geschäft auf die Großstadt Sydney aus. 1969 stieg Murdoch mit dem Kauf der "News of the World" und der "Sun" in den britischen Zeitungsmarkt ein. 1973 stieg er in den US-Zeitungsmarkt ein; nach drei Jahren übernahm er die "New York Post". In den 70er-Jahren zog Murdoch privat in die USA, seit 1985 ist er US-Bürger. In Großbritannien kaufte er 1981 die "Times" und die "Sunday Times", ein Jahr später übernahm er das europäische Satellite Television, den späteren Sky Channel. Ein Meilenstein war 1985 der Einstieg ins Filmgeschäft bei 20th Century Fox.

Der Abhörskandal reicht bis ins Jahr 2005 zurück, als eine Knieverletzung von Prinz William publik wurde, von der nur er, der Hofarzt und sein persönlicher Sekretär Kenntnis haben konnten. Weil offenbar Handygespräche illegal aufgezeichnet wurden, übernahm Scotland Yard die Ermittlungen. 2006 wurde der Hofberichterstatter Clive Goodman verhaftet und zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. 2007 trat auch der " News of the World"-Chefredakteur Andy Coulson zurück, er behauptete damals, die Aktion sei einmalig gewesen. Der "Guardian" recherchierte, dass der Murdoch-Konzern horrende Beträge an mutmaßliche andere Abhöropfer gezahlt haben soll - von Schweigegeld war die Rede. Im April 2010 räumte Scotland Yard ein, 4000 Namen möglicher Opfer gefunden zu haben. Coulson avancierte dennoch zum Kommunikationsberater der Konservativen, die damals noch in der Opposition waren. Im Januar 2011 nahm Scotland Yard neue Ermittlungen auf, die Coulson zum Rücktritt zwangen. Der "Guardian" enthüllte, dass auch Handys von Terroropfern geknackt worden sein sollen. Am 10. Juli erschien die letzte Ausgabe der "News of the World". Schon einen Tag später berichtet die BBC, dass versucht wurde, die Telefone von Prinz Charles anzuzapfen. Außerdem soll der Ex-Premier Gordon Brown von der "Sunday Times" bespitzelt worden sein.

Am 13. Juli nahm Murdoch sein Übernahmeangebot für den britischen Sender BSkyB zurück . Zwei Tage später begann auch das amerikanische FBI Ermittlungen. Die Murdoch-Vertraute Rebekah Brooks musste zurücktreten, danach auch Les Hinton, Chef der Tochterfirma Dow Jones ("Wall Street Journal"). Am 16. Juli bat Murdoch in Zeitungsinseraten um Entschuldigung für den Abhörskandal. Am 17. Juli wurde Brooks von der Polizei festgenommen und verhört, anschließend auf Kaution freigelassen. Am gleichen Tag trat dann auch der Chef der Londoner Polizei, Sir Paul Stephenson, wegen seiner Verwicklungen in die Affäre zurück. Am 18. Juli wird der Journalist Sean Hoare, der als erster zum Abhörskandal ausgepackt hatte, tot aufgefunden.