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Was aus Banker-Schwergewicht Ackermann wird

Chaos Lange schien es klar, wo sich das weitere Leben des Josef Ackermann abspielen würde: außerhalb der Deutschen Bank. Schon früh hatte der heute 63-Jährige seinen Abschied vom Vorstandsvorsitz angekündigt - für das Jahr 2010. Als jedoch bei der Suche nach einem Nachfolger das Chaos auszubrechen drohte, verlängerte der Schweizer doch noch einmal - bis zum Jahr 2013. Danach sollte aber definitiv Schluss sein. "Ich werde meinen Vertrag nicht verlängern und auch nicht in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank wechseln", sagte er im April.

Chefkontrolleur Doch vor gut einer Woche kamen dann plötzlich glaubwürdige Gerüchte auf, Ackermann habe doch Interesse daran, nach seinem Abschied aus dem Vorstand den Vorsitz des Aufsichtsrats zu übernehmen. Angeblich erzürnt darüber, dass der Amtsinhaber Clemens Börsig die Regelung seiner Nachfolge "vermasselt" habe, wollte der Schweizer dem kolportierten Wunsch mancher Investoren folgen und sich als Chefkontrolleur "in die Pflicht nehmen lassen". Doch dass es so kommen wird, galt am Wochenende als nahezu ausgeschlossen. Als zu groß werden in einflussreichen Kreisen des Aufsichtsrats die potenziellen Konflikte zwischen dem Banker-Schwergewicht Ackermann und seinen designierten Nachfolgern eingeschätzt. "Außerdem würde uns sein direkter Wechsel in den Aufsichtsrat vor zahlreiche Probleme stellen", sagte ein Mitglied des Kontrollgremiums. Schließlich sehen Aktiengesetz und Kodex für gute Unternehmensführung eine zweijährige Karenzzeit für abgetretene Vorstände vor, auch wenn Ausnahmen von dieser Regel möglich sind.

Pläne Doch auch wenn es zum Abschied kommen sollte - langweilig wird es Ackermann kaum werden. Er selbst hat sich bislang nur vage zu seinen Plänen geäußert. So möchte er sein Engagement als Hochschuldozent ausbauen. Zudem wird er als künftiger Verwaltungsratspräsident für den Schweizer Versicherer Zurich gehandelt - Amtsinhaber Manfred Gentz erreicht im kommenden Jahr die Altersgrenze.