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Bin Laden kämpfte vor seinem Tod gegen Spione innerhalb seines Terrornetzwerks

Absetzbewegungen Der vor zwei Monaten von einer US-Spezialeinheit in Pakistan getötete Al-Qaida-Chef Osama Bin Laden ist vor seinem Tod offenbar vollauf mit dem Kampf gegen Absetzbewegungen innerhalb seines Terrornetzwerks beschäftigt gewesen. Wie die "Washington Post" am Samstag unter Berufung auf hochrangige Regierungsbeamte der USA berichtete, geht aus in Bin Ladens Versteck sichergestellten Dokumenten und Aufnahmen hervor, dass sich viele regionale Al-Qaida-Führer über zunehmende US-Drohnenangriffe beklagten. Andere sorgten sich demnach um die sich verschlechternde Finanzlage der Terrororganisation.

Spionageabteilung Nach Angaben der US-Zeitung ordnete Bin Laden vor seinem Tod am 2. Mai daher die Gründung einer Einheit an, die Verräter und Spione aufdecken sollte. Doch schon Mitte des Jahres 2010 habe sich der Chef dieser Einheit bei Bin Laden darüber beschwert, dass "der Kampf gegen die Spione" verloren werde und mit dem armseligen Budget von nur wenigen Tausend Dollar nicht zu führen sei.

Schaden für die USA Bin Laden selbst habe während der letzten Monate seines Lebens außerdem fieberhaft überlegt, wie er den Vereinigten Staaten nach dem 11. September 2001 weiteren Schaden im eigenen Land zufügen könne, schrieb das Blatt. Er habe diesbezüglich geradezu "Wahnvorstellungen" gehabt, zitierte es einen US-Regierungsvertreter.