Alkohol-Affäre

Ein Vertrauter soll grünen Wahlkampf retten

Der Neue in Renate Künasts Wahlkampfteam ist ein alter Bekannter. Heiko Thomas leitete 2002 bis 2004 Künasts Bundestagsbüro. Nun wird der bisherige Fraktionsgeschäftsführer der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus die wichtige Position des Wahlkampfmanagers und Landesgeschäftsführers übernehmen.

"Wir freuen uns sehr, in Heiko Thomas eine außerordentlich erfahrene Führungspersönlichkeit sowie einen versierten Wahlkämpfer gewonnen zu haben", sagten die Landeschefs der Grünen, Bettina Jarasch und Daniel Wesener, am Donnerstag. Der Landesvorstand hatte sich zuvor auf Thomas als Nachfolger Stephans verständigt. "Seine in zahlreichen Wahlkämpfen und Kampagnen gewonnenen Erfahrungen sowie seine fundierten Kenntnisse des politischen Berlins werden dem grünen Wahlkampf um das Rote Rathaus sehr nutzen", sagten die beiden Länderchefs.

Der 41-jährige Thomas wurde in Wuppertal geboren und lebt seit 1999 in Berlin. Er war in verschiedenen Funktionen im Deutschen Bundestag, der Bundespartei und danach im Verbraucherschutzministerium tätig. Der studierte Politikwissenschaftler wird zum 1. Juli sämtliche Aufgaben seines Vorgängers übernehmen. Er wird sämtliche Abläufe der Wahlkampagne, die Werbeauftritte Renate Künasts und den Kontakt zur Werbeagentur koordinieren. Als Geschäftsführer ist er zuständig für den Betrieb der Landesgeschäftsstelle und Angelegenheiten des Landesverbandes und seiner Mitglieder.

Die Entscheidung ist insofern folgerichtig, als dass die Partei schnell einen Berlin-Kenner und Künast-Vertrauten für die Funktion des Wahlkampfmanagers finden musste. Da im Abgeordnetenhaus ohnehin nur noch eine Sitzung nach der Sommerpause stattfinden wird, konnte die Fraktionsführung dem Wechsel zustimmen. Mit der Personalie Thomas reagierte die Partei schnell auf den unerwarteten Ausfall ihres bisherigen Wahlleiters. André Stephan war am Mittwoch aller Parteiämter enthoben worden. In der Nacht zuvor hatten ihn vier Zivilbeamte festgenommen. Stephan soll betrunken in seinem Auto an einer roten Ampel eingeschlafen sein und die Polizisten angegriffen haben.

Nach der Suspendierung Stephans einigten sich beide Seiten "einvernehmlich darauf, das Arbeitsverhältnis ganz zu beenden", sagte Landeschef Daniel Wesener. Stephan, der auch von der Direktkandidatur in Lichtenberg zurücktreten wird, äußerte sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen. Intern soll er aber einige Vorwürfe abgestritten haben.