EHEC-Krise

Blutkonserven werden knapp - Kliniken suchen Spender

Angesichts des hohen Bedarfs an Blutkonserven und Blutplasma wegen der zahlreichen EHEC-Erkrankungen haben erste Krankenkassen zum Blutspenden aufgerufen.

"Wir haben zwar eine gut organisierte, länderübergreifende Versorgung mit Blutkonserven, aber wir sollten nicht vergessen, dass die Urlaubssaison unmittelbar bevorsteht, in der erfahrungsgemäß durch ein erhöhtes Unfallgeschehen auch wieder mehr Blutkonserven benötigt werden", sagte der Sprecher des Landesverbandes der Ersatzkassen in Mecklenburg-Vorpommern, Bernd Grübler. Verläuft die Erkrankung bei Infizierten schwer, wird eine Blutwäsche eingesetzt. Bereits zu Wochenbeginn hatte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) zu Blutspenden aufgerufen.

Der DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen teilte mit, für die Versorgung der derzeit bekannten Patienten mit dem lebensbedrohlichen sogenannten hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) in Verbindung mit dem EHEC-Erreger würden Blutbestandteile, insbesondere Blutplasma benötigt. Gerade jetzt seien die Kliniken besonders auf Blutspenden angewiesen.

Die bundesweit zusammenarbeitenden Blutspendedienste des DRK könnten derzeit noch aus ihren vorhandenen Beständen in den Kühllagern die Versorgung sicherstellen, hieß es. Jedoch müssten die Lagerbestände wieder aufgefüllt werden, um Versorgungsengpässe zu verhindern, sagte der Bereichsleiter Blutspende des DRK-Blutspendediensts Baden-Württemberg-Hessen, Harald Klüte. "Besonders kritisch ist hier die Versorgung mit den nur kurz zu lagernden Blutbestandteilen, den roten Blutkörperchen und Blutplättchen", betonte er.

Nachdem in Hamburg das Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) wegen der vielen schweren EHEC-Fälle zum Blutspenden aufgerufen hatte, verzeichnete der dortige Blutspendedienst großen Andrang. "Wir haben zurzeit einen Ansturm von Spendern", sagte der ärztliche Leiter des Hamburger Blutspendediensts, Lutz Schmidt.

Allerdings sei Plasma wegen weiterer Tests frühestens in vier Monaten zu verwenden. Derzeit würden täglich zehnmal so viele Plasmen wie normal verbraucht. Die Berliner Blutspende-Termine erfahren Sie im Internet unter www.blutspende-ost.de oder unter Tel.: 0800/119 49 11.