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Der lange Prozess

8./9. Februar 2010 Jörg Kachelmann hat Streit mit seiner langjährigen Freundin, einer Radiomoderatorin. Sie will ihn wegen Untreue verlassen. Danach soll er ihr ein Messer an den Hals gesetzt und sie vergewaltigt haben. Sie erstattet Anzeige.

20. März Kachelmann wird am Frankfurter Flughafen festgenommen. Er weist später die Vergewaltigungsvorwürfe zurück.

19. Mai Die Staatsanwaltschaft Mannheim erhebt Anklage wegen des Verdachts der schweren Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung.

29. Juli Nach 132 Tagen wird Kachelmann aus der U-Haft entlassen. Das Oberlandesgericht Karlsruhe hatte seiner Haftbeschwerde stattgegeben.

6. September Im Landgericht Mannheim beginnt der Prozess. Kachelmann kündigt an zu schweigen.

18. Oktober Die Strafkammer beginnt mit der Vernehmung der Frau unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

4. Dezember Kachelmann wechselt seinen Hauptverteidiger: von Reinhard Birkenstock zu Johann Schwenn.

20. Dezember Ein Sachverständiger kann an dem angeblichen Tatmesser keine eindeutige DNA feststellen.

1. Februar Ein Gerichtsmediziner hält es für möglich, dass die Halsverletzungen der Frau vom Tatmesser stammen und die blauen Flecke an den Beine von Kniestößen. Selbstverletzungen sind aber nicht auszuschließen.

9. Februar Auf Antrag der Verteidigung muss Alice Schwarzer in den Zeugenstand, die für die "Bild" über den Prozess berichtet. Sie beruft sich aber auf ihr Aussageverweigerungsrecht als Journalistin.

9. Februar Von Kachelmann beauftragte Gutachter halten Selbstverletzungen des angeblichen Opfers für nahe liegend.

5. Mai Nach einem psychiatrischen Gutachten ist die Schuldfähigkeit Kachelmanns nicht zu bezweifeln.

18. Mai Die Staatsanwaltschaft verlangt eine Gefängnisstrafe von vier Jahren und drei Monaten.

24. Mai Die Verteidiger beantragen Freispruch.

31. Mai Kachelmann wird vom Vorwurf der Vergewaltigung aus Mangel an Beweisen freigesprochen.