Vergewaltigungsprozess

Sie spielten die entscheidenden Rollen

Der Verteidiger Johann Schwenn schüttelte den Kopf, als der Richter seine Urteilsbegründung vorlas. Mit dem Freispruch mochte der Hamburger Anwalt zwar zufrieden sein, mit der Begründung aber nicht. Schwenn nannte die Urteilsbegründung gestern eine "Erbärmlichkeit, die ihresgleichen in einem Gerichtssaal sucht".

Die Pflichtverteidigerin Andrea Combé war als Pflichtverteidigerin während der Hauptverhandlung der ruhende Pol für Jörg Kachelmann. Die Vertretung sei für sie eine "Riesenverantwortung" gewesen, die sie sehr ernst genommen habe, sagte sie später. Vorübergehend hatte die 52-Jährige ihr gesamtes Leben auf das Verfahren ausgerichtet.

Der Staatsanwalt Hat der junge Staatsanwalt und Ankläger Lars-Torben Oltrogge sich mit dem demonstrierten Verfolgungseifer die Karriere zerstört? Sollte dem so sein, ließ sich der ehemalige Amtsrichter auf jeden Fall nichts anmerken. Den Richterspruch hörte er sich, wie alle drei Staatsanwälte, ohne jede Regung an.

Die Ex-Freundin Die Nebenklägerin und Ex-Freundin von Jörg Kachelmann, Claudia D., war als Letzte in den Gerichtssaal geschlüpft. Beim Freispruch wirkte die 38-Jährige in ihrer schwarzen, etwas zu weiten Hemdbluse zunächst noch gefasst und ungerührt. Später kamen Tränen. sie schluchzte, musste nach einem Taschentuch wühlen.