Sicherheit

Die BVG drückt aufs Tempo

Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) hat die Umsetzung des neuen Sicherheitskonzeptes, das vor einer Woche vorgestellt worden war, bereits begonnen. Das bestätigte am Donnerstag Unternehmenssprecherin Petra Reetz.

Der Rund-um-die-Uhr-Arbeitsplatz für einen Polizeibeamten samt Standleitung ist in der BVG-Sicherheitsleitstelle schon eingerichtet. Die Einstellung neuer Mitarbeiter und die Anschaffung zusätzlicher Videokameras werden derzeit vorbereitet.

Zu den Maßnahmen, die schon in Kürze greifen sollen, zählt auch die direkte Ansprache potenzieller Gewalttäter. Sätze wie "Lassen Sie das! Sie werden gefilmt, die Polizei ist alarmiert" könnten, so die Hoffnung, Schläger von ihren Taten abhalten. Sobald die Mitarbeiter in der Leitstelle auf ihren Monitoren gefährliche Situationen sehen oder der Alarmknopf an einer der mehr als 500 Notrufsäulen gedrückt wird, sollen sie über die Lautsprecheranlagen auf den U-Bahnsteigen direkt eingreifen können. Die dafür nötige technische Umstellung sollte nach Aussagen von BVG-Chefin Sigrid Nikutta aus der Vorwoche in vier bis sechs Wochen möglich sein. Mittlerweile geht die BVG davon aus, dass es bestenfalls schon in etwa zwei Wochen so weit sein könnte.

Länger wird die angekündigte Personalaufstockung dauern. In der Sicherheitszentrale soll die Zahl der Mitarbeiter von 20 auf 40 verdoppelt werden. Die Zahl der Wachleute, die gemeinsam mit der Polizei auf Streife gehen, soll von 130 auf 200 steigen. Einstellung und Ausbildung der zusätzlichen Mitarbeiter werden nach BVG-Angaben aber mindestens bis Ende dieses Jahres dauern. Durch die Verstärkung in der Leitstelle soll es künftig möglich sein, die Daten der mehr als 1000 Videokameras bei der U-Bahn nicht nur aufzuzeichnen, sondern als gefährlich geltende Bahnhöfe auch gezielt zu beobachten.

Außerdem geplant ist der Ausbau der Videoüberwachung. Auf 20 Bahnhöfen sollen den Angaben zufolge zusätzliche und modernere Kameras eingebaut werden. Laut BVG handelt es sich dabei nicht in allen Fällen um Bahnhöfe, die bislang als Kriminalitätsschwerpunkte aufgefallen sind. In einigen Fällen werden die Zusatzkameras auch installiert, weil die Stationen mit den vorhandenen Videoanlagen nur schwer einsehbar sind. Den Auftrag für die neue Videotechnik muss die BVG nun zunächst ausschreiben. Noch in diesem Jahr sollen die ersten sechs Stationen aber umgerüstet sein, so das Ziel der Verkehrsbetriebe. Vom Spätsommer an sollen dann auch größere Signets auf die Videoüberwachung in Bahnhöfen und Zügen hinweisen. Die BVG erhofft sich dadurch auch einen stärkeren Abschreckungseffekt.

Interaktive Karte Morgenpost Online hat eine interaktive Karte erstellt, auf der zu sehen ist, wie viele Straftaten die Polizei im vergangenen Jahr an Berlins U-Bahnhöfen registriert hat und wo der Berliner Senat und die Verkehrsbetriebe BVG zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen planen: morgenpost.de/ubahnstraftaten