Der Tod des Al-Qaida-Chefs

Top-Terrorist in Pakistan hat Zelle in Düsseldorf gesteuert

Die mutmaßliche Terrorzelle in Düsseldorf ist offenbar von dem hochrangigen Al-Qaida-Aktivisten Attija Abd al-Rahman von Pakistan aus gesteuert worden. Dies hätten die Ermittlungen von Bundeskriminalamt und Bundesanwaltschaft ergeben, berichtet der "Spiegel".

Dem Bericht zufolge wandte sich Rahman vor Monaten an den Marokkaner Abdeladim al-K., der als Kopf der Zelle gilt. Später hätten die Düsseldorfer offenbar den Kontakt verloren. Spätere Versuche von K., mit Rahman zu kommunizieren, seien gescheitert.

Der Libyer Rahman gilt laut "Spiegel" als Mitglied der Führungsspitze von al-Qaida. In den USA sei auf ihn ein Kopfgeld von einer Million Dollar ausgesetzt. Er soll sich Osama Bin Laden bereits in den Achtzigerjahren angeschlossen haben. Ende April hatten Beamte in Düsseldorf drei Männer festgenommen. Sie waren laut Bundesanwaltschaft von al-Qaida beauftragt worden, in Deutschland Anschläge zu begehen. Nach den Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft, aus denen der "Spiegel" zitierte, hatten die mutmaßlichen Aktivisten in Düsseldorf Probleme mit dem Zünder ihrer Bombe.

Die Sicherheitsbehörden sind der Düsseldorfer Terrorzelle auch durch die Auswertung von Passagierdaten auf die Spur gekommen. "Von amerikanischer Seite sind wir unter anderem auf das auffällige und ungewöhnliche Reiseverhalten der Verdächtigen hingewiesen worden", sagte Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) der "Rheinischen Post". Die Flugpassagierdaten seien "ein wichtiges Element für diesen Fahndungserfolg" gewesen.

ICE wegen Terror-Verdacht gestoppt

Unterdessen ist ein voll besetzter ICE wegen einer CD-Rom mit der Aufschrift "Allah wird uns alle töten" in Freiburg gestoppt worden. Die CD wurde im Bordbistro des ICE von Berlin nach Interlaken gefunden und in Karlsruhe der Bundespolizei übergeben. Diese löste Alarm aus. Eine Gefahr konnte nicht ausgeschlossen werden, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei. Der Zug fuhr von Karlsruhe aus zunächst weiter, wurde in Freiburg aber auf ein Nebengleis geführt und dort gestoppt. Die Waggons wurden geräumt, etwa 250 Passagiere mussten auf andere Züge umsteigen.

Die Evakuierung sei reibungslos verlaufen, hieß es. Polizei und Rettungsdienste waren im Großeinsatz. "Wir wurden aufgefordert, in einen anderen Zug umzusteigen", sagte ein Bahnreisender. "Es gab keine Hektik und keine Beunruhigung." Von der mysteriösen Drohung wurde den Passagieren nichts bekannt. Der ICE 374 wurde auf ein Abstellgleis gefahren und dort durchsucht. Eingesetzt wurden auch für Sprengstoff ausgebildete Suchhunde. Gefunden wurde den Angaben zufolge nichts. Hinweise auf denjenigen, der die CD-Rom hinterlassen habe, gebe es bislang nicht, teilte die Bundespolizei mit.