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Die Seligsprechung

Vorbilder Selige und Heilige werden in der katholischen Kirche als Vorbilder christlichen Lebens verehrt. Die Seligsprechung erlaubt die offizielle Verehrung eines verstorbenen Menschen in einer bestimmten Region, die Heiligsprechung dehnt diese Verehrung auf die gesamte katholische Weltkirche aus. Mit der Seligsprechung stellt der Papst fest, dass ein Gestorbener vorbildlich aus dem Glauben heraus gelebt hat und Jesus Christus "in besonderer Weise nachgefolgt" ist.

Antrag Den Antrag zur Seligsprechung stellt der örtlich zuständige Bischof. Ein Kirchengericht prüft dann, ob die fragliche Person tugendhaft gelebt hat, im "Ruf der Heiligkeit" gestanden, ein Martyrium erlitten oder Wunder bewirkt hat. Nach dem Urteil des Gerichts prüft die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse im Vatikan die Unterlagen und gibt eine Empfehlung an den Papst. Das gesamte Verfahren dauert oft Jahrzehnte, ehe der Pontifex letztlich die Entscheidung zur Seligsprechung trifft.

Papst Benedikt XVI. hatte 2005 entschieden, dass die Seligsprechungsfeiern im Regelfall nicht mehr in Rom, sondern im zuständigen Bistum stattfinden. Damit soll der Unterschied zu Heiligen deutlicher werden. Wegen der überragenden Bedeutung von Johannes Paul II. erfolgt dessen Seligsprechung allerdings in Rom.

Fernsehübertragung Das ZDF überträgt am Sonntag, 1. Mai, von 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr die Zeremonie vom Petersplatz. Im Studio sind Michaela Pilters, Dominikanerpater Max Cappabianca, Jesuitenpater Eberhard von Gemmingen, ehemaliger Leiter der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan, und Ursula Fehling, Vorsitzende des Bundes der Katholischen Jugend in Deutschland (BDKJ). Bereits um 8.45 Uhr läuft der Film "Der Jahrhundertpapst". Der Vatikan wird die Seligsprechung zudem unter dem Twitter-Namen @Pope2YouVatican twittern. Auch bei Facebook (vatican.johnpaul2) kann man die Veranstaltung verfolgen.