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SPD im Umfragetief

Wahlprognose Die Grünen liegen knapp fünf Monate vor der Abgeordnetenhaus-Wahl in der Gunst der Berliner Wähler vor der Regierungspartei SPD. Unter dem Eindruck der Atomkatastrophe in Japan sowie der Wahlerfolge in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz kommt die Öko-Partei im jüngsten Berlin Trend von Berliner Morgenpost und der "RBB"-Abendschau auf 28 Prozent, ein Plus von fünf Prozentpunkten gegenüber der Umfrage im Februar. Bei der Umfrage Anfang April verlor die SPD dagegen zwei Punkte und erreicht nur noch 26 Prozent. Sollten die Kräfteverhältnisse bis zur Wahl am 18. September so bleiben, könnte sich Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast als Regierende Bürgermeisterin aussuchen, ob sie mit der SPD oder der CDU als Juniorpartner regiert. Die CDU liegt bei 21 Prozent (minus zwei Prozentpunkte), die Linke kommt auf 15 Pronzent (minus ein Prozentpunkt), und die FDP würde es mit drei Prozent nicht mehr ins Abgeordnetenhaus schaffen.

Führungspersonal Dass die SPD nicht noch weiter hinten liegt, verdankt sie vor allem den hohen Popularitätswerten ihres Spitzenkandidaten Klaus Wowereit, die auch nicht unter den monatelangen Querelen um Thilo Sarrazin litten. Wenn es eine Direktwahl des Regierenden Bürgermeisters in Berlin gäbe, läge Wowereit mit 55 zu 30 Prozent vor der Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast und mit 67 zu 19 Prozent vor dem CDU-Landeschef Frank Henkel. Hinter Wowereit klafft jedoch eine breite Lücke in der Popularität des SPD-Spitzenpersonals. Innensenator Ehrhart Körting ist zwar beliebt wie eh und je, taugt aber wegen seines Alters kaum als Hoffnungsträger für die Zukunft. Das Gleiche gilt für Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer. Bildungssenator Jürgen Zöllner wird überwiegend kritisch betrachtet.