Kuba

Schweinebucht - eine Niederlage für die USA in 65 Stunden

Die kubanische Revolutionsregierung sollte gestürzt werden, doch die Operation scheiterte in nur 65 Stunden. Vor 50 Jahren, am 17. April 1961, landeten rund 1500 vom US-Geheimdienst CIA ausgebildete und gesteuerte Exilkubaner in der Schweinebucht rund 170 Kilometer südöstlich von Havanna.

Ihr Plan war es, den Weg frei zu machen für eine "provisorische Regierung", die aus Miami eintreffen und von Kuba aus um ein militärisches Einschreiten der USA bitten sollte.

Aber schon am 19. April hatten Fidel Castros Truppen die letzten der Söldner gefangen genommen. Weit davon entfernt, das Ziel der USA zu erreichen, zerstörten die Kämpfe den Mythos der Unbesiegbarkeit Washingtons, stärkten die revolutionäre Regierung in Havanna und führten sie noch stärker an die Sowjetunion heran. So verschärfte sich der Kalte Krieg.

Damals, 1961, lag der Triumph der Revolutionäre um Fidel Castro gerade erst zwei Jahre zurück. Diktator Fulgencio Batista war am 1. Januar 1959 geflohen. Die Beziehungen zwischen Washington und Havanna verschlechterten sich schnell, als die Kubaner begannen, amerikanische Ländereien und Unternehmen zu enteignen. Die USA reagierten mit Boykottmaßnahmen, Kuba fand mit der Sowjetunion einen neuen Käufer kubanischen Zuckers und Lieferanten von Erdöl. Da politischer und wirtschaftlicher Druck nicht fruchteten, ließ US-Präsident Dwight D. Eisenhower Strategien erarbeiten, die Regierung in Havanna zu stürzen, und gab "grünes Licht" für die Invasion in der Schweinebucht. Als es so weit war, war schon sein Nachfolger John F. Kennedy im Amt.

Gefangene gegen Babynahrung

Schon zwei Tage vor der Landung bombardierten Flugzeuge aus den USA mit gefälschten kubanischen Hoheitszeichen drei kubanische Militärflughäfen. Es sollte der Eindruck entstehen, die eigene Luftwaffe rebelliere gegen Castro. Am 16. April, bei der Trauerfeier für die bei den Angriffen getöteten Kubaner, verkündete Fidel Castro zum ersten Mal, dass seine Revolution sozialistisch sei.

Am folgenden Morgen erreichten die Exilkubaner, die sich in Puerto Cabezas in Nicaragua eingeschifft hatten, nach mehrtägiger Seereise die Schweinebucht. Doch die Eindringlinge wurden schnell eingekesselt, kubanische Flugzeuge versenkten zwei Schiffe. Fidel Castro selbst befehligte die Kämpfe. Unter den Invasoren gab es nach aktuellen kubanischen Angaben 108 Gefallene, auf kubanischer Seite 156. Weit mehr als 1000 Exilkubaner wurden gefangen genommen. Im Dezember 1962 einigten sich Kuba und die USA auf die Freilassung der 1113 Gefangenen im Tausch gegen Arzneimittel und Babynahrung für 53 Millionen Dollar.

Die Spannungen zwischen beiden Ländern ließen nicht nach. Die Krise um die Stationierung sowjetischer Raketen auf Kuba führte die Welt im Oktober 1962 an den Rand eines dritten Weltkriegs.