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Warum der Posten des Vizekanzlers wichtig ist

Liberale Die FDP ist die Partei der Stellvertreter. Sieben der 15 Vizekanzler in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland waren Liberale. Den 15 Vizekanzlern stehen übrigens sieben Bundeskanzler entgegen.

Zusammenspiel Für die Bevölkerung ist es wichtig, wer Kanzler ist. Doch wer den Posten des Stellvertreters des Regierungschefs bekleidet, spielt im öffentlichen Bewusstsein kaum eine Rolle. Ein gutes Zusammenspiel zwischen Kanzler und Vize ist allerdings zentral: Klappt es, funktioniert in der Regel auch die Koalition.

Adenauer Während der Ära Konrad Adenauers (1949-1963) war es noch ziemlich unwichtig, wer Stellvertreter war. Adenauers Macht war zu groß, einen zweiten starken Mann gab es unter ihm nicht. Auch sein Nachfolger als Kanzler, Wirtschaftsminister Ludwig Erhard (CDU), hatte als Vizekanzler in den Jahren 1957 bis 1963 nicht den Einfluss, wie es Vizekanzler seit 1966 haben.

Brandt In der großen Koalition zwischen 1966 und 1969 begründete Willy Brandt (SPD) das unbeschriebene Gesetz, dass der Vizekanzler in der Regel Außenminister ist und dem kleineren Koalitionspartner angehört.

Erfolge Ideal war etwa das Zusammenspiel zwischen Kanzler und Vizekanzler bei Helmut Kohl (CDU) und Hans-Dietrich Genscher (FDP). Auch die Zusammenstellung Gerhard Schröder (SPD) und Joschka Fischer (Grüne) funktionierte gut. Zum einen, weil der Vizekanzler öffentlich nicht gegen den Kanzler argumentierte. Zum anderen, weil der Chef dem zweiten Mann und dem kleinen Koalitionspartner ab und an Erfolge gönnte.