Frauenquote

Berlins Frauensenator Harald Wolf kritisiert die Bundesregierung

Berlins Bürgermeister und Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen Harald Wolf (Linke) zeigt sich anlässlich des Spitzentreffens am Mittwoch zum Thema Frauenquote enttäuscht.

"Die Bundesregierung handelt beim Thema Gleichstellung völlig planlos. Leerer Aktionismus täuscht effiziente Maßnahmen lediglich vor." Wolf kritisiert, dass eine dringend notwendige größere Teilhabe von Frauen an den Top-Positionen der Wirtschaft erneut auf die lange Bank geschoben wurde. Selbst die sogenannte Flexi-Quote und die Stufenregelung von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) seien weder bei den Dax-Konzernen noch in der Bundesregierung selbst konsensfähig.

Für Wolf krankte das Treffen an einem Mangel an wirksamen, bindenden Verpflichtungen der Wirtschaft. "Die Bundesregierung setzt weiterhin auf das falsche Pferd: Selbstverpflichtung der Wirtschaft haben sich bereits im vergangenen Jahrzehnt als untaugliches Mittel erwiesen, das keinen Fortschritt gebracht hat", so der Berliner Frauen-Senator.

Wolf zufolge ist Handeln dringend geboten, da die Gleichstellungsdefizite in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft eklatant seien. Deutschland hat Wolf zufolge bei der Frauenquote im europäischen Vergleich die rote Laterne und droht den Anschluss an eine moderne und zukunftsweisende Wirtschafts- und Wettbewerbskultur zu verlieren. Gesetzliche Quoten seien - das zeigten die Berliner Erfahrungen - ein wirksames Mittel, um die männliche Monokultur in Chefetagen aufzubrechen.

"Ich erwarte von der Bundesregierung und den sie tragenden Fraktionen, dass sie nicht weiter an gescheiterten Konzepten festhalten und sich ihrer Pflichten erinnern", forderte Wolf. Welche Konsequenzen eine schwarz-gelbe Politik hat, die an gesellschaftlichen Bedürfnissen und Forderungen vorbeigeht, hätten die Landtagswahlen vom Wochenende demonstriert, sagte der Linke-Politiker.