Kongress

Auch in der Forschung sollen Mauern fallen

Wie schaffen es Politik, Wissenschaft und Medizin, die hohe Zahl an tödlichen Infektionen in Entwicklungsländern zu senken? Wie kann der Umschwung von den fossilen zu den regenerativen Energien gelingen? Diese Fragen aus zwei so unterschiedlichen Themenfeldern - und viele weitere Fragen - hat gestern der Kongress "Falling Walls" der Berliner Einstein-Stiftung miteinander verbunden.

An einem historischen Ort und an einem historischen Tag, dem 20. Jahrestag des Mauerfalls, diskutierte der Kongress über die Mauern, die in der Forschung in den kommenden Jahrzehnten fallen müssen, um die Menschheitsprobleme in den Griff zu bekommen.

In einem Redebeitrag zog Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Verbindung zwischen der Wende im damaligen Ostblock und dem wissenschaftlichen Denken: "Es hat sich gezeigt, dass der Ostblock noch halbwegs Panzer und Maschinen entwickeln konnte. Aber wo Fortschritt und Wohlstand immer stärker nur durch das Verknüpfen neuer Gedanken möglich war, da wurde es schwierig für den Ostblock, seine Existenz zu bewahren."

Der Vortrag der Bundeskanzlerin, die in der DDR als Physikerin arbeitete, reihte sich ein in ein große Spektrum von Themen, vorgetragen von hochrangigen Forschern aus aller Welt: vom Wesen der Materie auf subatomarer Ebene über die Versorgung der Entwicklungsländer mit günstigen Impfstoffen, vom Verstehen der verrückt erscheinenden Quantenwelt bis zu den Geheimnissen, die die Evolution des Menschen umgeben und zu der Frage, wie globaler Wohlstand geschaffen werden kann.

Zur Tagung "Falling Walls" hatte die Einstein-Stiftung erstmals nach Berlin geladen. Sie ist dieses Jahr zur Förderung exzellenter Forschung von vier Berliner Universitäten, der Fraunhofer- und der Max-Planck-Gesellschaft sowie der Helmholtz- und der Leibniz-Gemeinschaft gegründet worden.