Militär

Kabinett beschließt Awacs-Einsatz für Afghanistan

Das Bundeskabinett hat die Ausweitung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr um bis zu 300 Soldaten beschlossen. Sie sollen für Awacs-Aufklärungsflüge zur Verfügung gestellt werden und damit die Bündnispartner für deren Libyen-Mission entlasten.

Die Bundeswehr hat sich wegen der Operationen gegen das Gaddafi-Regime ganz aus den Nato-Verbänden im Mittelmeer zurückgezogen. Zwei Schiffe und zwei Boote mit mehr als 500 Soldaten wurden bereits am Dienstag wieder unter deutsches Kommando gestellt. Der Abzug von 60 bis 70 deutschen Besatzungsmitgliedern der Nato-Awacs-Maschinen im Mittelmeerraum läuft bereits.

Der Bundestag muss der Ausweitung des Afghanistan-Einsatzes noch zustimmen. Die erste Beratung war bereits für Mittwochnachmittag geplant, die Abstimmung ist für Freitag vorgesehen. Insgesamt werden künftig bis zu 5300 deutsche Soldaten in Afghanistan eingesetzt, mehr als je zuvor seit Beginn des Einsatzes 2001. Bei ihren Plänen für einen Abzug aus Afghanistan ab Ende des Jahres will die deutsche Regierung trotzdem bleiben.

Die Awacs-Maschinen sind Spezialversionen der Boeing 707 mit einem pilzförmigen Radaraufbau. Sie können Flugzeuge, Schiffe und andere Objekte in bis zu 400 Kilometern Entfernung orten und identifizieren. Die Nato verfügt über 24 dieser Spezialmaschinen. Den Awacs-Einsatz in Afghanistan hatte der Nato-Rat bereits im Januar beschlossen.