Fracht aus Japan

Brandenburg prüft Lebensmittel auf Verstrahlung

Lebensmittel aus Japan sollen in Brandenburg und nicht in Berlin auf eine mögliche radioaktive Belastung geprüft werden. Obwohl es noch keine Hinweise auf eine Belastung gebe, würden vorsorglich die Untersuchungen vorgenommen, kündigte das Gesundheitsministerium in Potsdam an.

Laut Marie-Luise Dittmar, Sprecherin der Verbraucherschutzverwaltung des Berliner Senats, wird japanisches Essen in der Hauptstadt nicht auf Radioaktivität hin kontrolliert. Diese Kontrollen sollen in der EU überall dort stattfinden, wo solche Lebensmittel zuerst ankommen. Berlin besitzt keine Stelle für eine sogenannte Ersteinfuhr. In Tegel kommen keine Flieger mit japanischer Nahrung an. In Schönefeld hingegen sehr wohl. Deswegen wird Brandenburg tätig. Insbesondere per Flugzeug gelieferte Frischprodukte würden genau angeschaut. Dies gelte vor allem für Fische und Fischprodukte, Algen sowie Früchte und Pilze, so das Gesundheitsministerium. Die Anweisung zur Untersuchung sei an die Grenzkontrollstelle Schönefeld ergangen. Die Lebensmittelüberwachung des Landes stehe in Kontakt mit den Behörden des Bundes und der Bundesländer.

Ilse Aigner gibt Entwarnung

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) dagegen hält Lebensmittel aus Japan weiter für ungefährlich. "Unsere Erkenntnisse sind, dass momentan keine Lebensmittel kontaminiert sind", sagte Aigner am Donnerstag bei einem Treffen mit ihren europäischen Amtskollegen in Brüssel. Die Verbraucherschutzbeauftragte der Unionsfraktion, Mechthild Heil (CDU), versicherte: "Alle Lebensmittel aus Japan, die im Moment in den Regalen stehen, sind sicher." Meldet Japan selbst eine erhöhte Strahlenbelastung bei Lebensmitteln, soll ein EU-Krisenmechanismus in Kraft gesetzt werden. Deutschland habe die Kontrollen bereits verstärkt, sagte Aigner. Auch in anderen EU-Staaten sollen Nahrungsmittel aus Japan auf Radioaktivität untersucht werden.

Dennoch habe die Bundesregierung bereits den Zoll gezielt angewiesen, Lebensmittel aus Japan auf Radioaktivität zu überprüfen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Der Umfang des Imports ist allerdings gering. Nach Angaben des Verbraucherministeriums wurden im vergangenen Jahr nur 60 Tonnen Fisch aus Japan importiert, insgesamt waren es über 900 000 Tonnen Importe aus aller Welt. Von 60 Milliarden Euro Gesamtimporten entfielen 33 Millionen Euro auf Japan. Deutschland führt neben Fisch auch Ingwer, Algen, grünen Tee, Reis und Nudelgerichte aus Japan ein.

Auch Japans Regierung hat die örtlichen Behörden aufgefordert, Lebensmittel zu untersuchen. Es sei das erste Mal, dass Japan Grenzwerte zur Strahlenbelastung für im Inland hergestellte Lebensmittel festsetze, hieß es im Gesundheitsministerium. Die Grenzwerte stünden im Einklang mit einem bereits vor den Vorfällen in Fukushima 1 in einem Katastrophenplan der Atomsicherheitsbehörde festgehaltenen Richtlinien. Die Grenzwerte unterscheiden sich den Angaben zufolge je nach Lebensmittel und orientieren sich an international anerkannten Werten. Unmittelbar nach der Katastrophe in Fukushima hatten bereits mehrere asiatische Staaten angekündigt, japanische Lebensmittel auf Strahlenbelastung hin untersuchen zu wollen.