Sicherheit

Deutsche Botschaft zieht von Tokio nach Osaka

Die deutsche Botschaft in Japan wird wegen der Atomkatastrophe vorübergehend nach Osaka verlegt. Es handle sich um eine vorsorgliche Maßnahme, erklärte das Auswärtige Amt am Donnerstag in Berlin. Die Botschaft werde aber nicht geschlossen.

Der Botschafter und seine Mitarbeiter würden ihre Amtsgeschäfte in Osaka weiterführen. Die Botschaft hatte bereits seit einigen Tagen Mitarbeiter nach Osaka entsandt, um Deutschen bei der Ausreise aus Japan zu helfen. Das Auswärtige Amt empfiehlt deutschen Staatsbürgern seit Mittwoch, die Region um Fukushima sowie den Großraum Tokio und Yokohama wegen der Atomkatastrophe vorübergehend zu verlassen und nach Osaka oder gleich ganz ins Ausland auszuweichen.

Die USA sprachen ihren Bürgern bereits eine ähnliche Empfehlung aus und verteidigten diese am Donnerstag noch einmal. Die Behörden schlagen amerikanischen Bürgern vor, eine Evakuierungszone von 80 Kilometern um das Atomkraftwerk einzuhalten. Dies sei eine vorläufige Maßnahme, erklärte der Chef der US-Atomregulierungsbehörde NRC, Gregory Jaczko. Die US-Evakuierungszone ist deutlich größer als die von Japan eingerichtete, die nur in einem Umkreis von 30 Kilometern um Fukushima gilt. Für den Kampf gegen die Atomkatastrophe hat das US-Verteidigungsministerium ein Spezialistenteam nach Japan geschickt. Dem japanischen Militär würden neun Experten für biologische und nukleare Gefahren zur Seite gestellt, sagte Pentagon-Sprecher Dave Lapan in Washington. Zudem habe Verteidigungsminister Robert Gates 35 Millionen Dollar (25 Millionen Euro) für erste humanitäre Hilfsleistungen durch das US-Militär freigegeben. Bereits seit Beginn der Ereignisse in Japan hatten verschiedene US-Regierungsorganisationen Hilfspersonal in das asiatische Land entsandt. Das US-Militär stellt bereits Tausende Soldaten und zahlreiche Schiffe sowie Fluggeräte für die Hilfsmission zur Verfügung.

Unterdessen hat Südkorea am Donnerstag damit begonnen, Reisende aus Japan auf eine mögliche radioaktive Strahlung zu überprüfen. Die Regierung in Seoul sprach nach einer Meldung der koreanischen Nachrichtenagentur Yonhap von einer Maßnahme zum Schutz der öffentlichen Gesundheit. Auf den Flughäfen Incheon und Gimpo wurden Stationen mit Messgeräten eingerichtet. Bei einem Japaner, der mit einer Maschine der Asiana Airlines auf dem Flughafen Incheon landete, wurde nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo leicht erhöhte Strahlung festgestellt.