Unternehmen

Apple gehen die Speicherchips aus

Der japanische Produktionsstopp trifft vor allem die Computerbranche und die Autoindustrie

Autobranche: Bei Toyota, dem größten Autobauer der Welt, ist noch offen, ab wann die komplette Produktion wieder anlaufen kann. Der Konzern will an diesem Donnerstag die Arbeit zunächst in einigen Autoteilewerken wieder aufnehmen. Von Montag an will der Autobauer auch wieder Teile für Standorte außerhalb Japans herstellen und verschiffen. Toyota hatte die Produktion am Wochenende für Montag bis Mittwoch in all seinen inländischen Fabriken gestoppt, als Sicherheitsvorkehrung für die Arbeiter und deren Familien in den vom Erdbeben erschütterten Regionen. Wegen der dreitägigen Betriebspause wurden 40 000 Autos nicht hergestellt.

Die Autobranche der USA fürchtet unterdessen Folgen der Produktionsstopps in Japan. Es sei nicht ausgeschlossen, dass die GM-Produktion in den USA leide, sagte Chris Perry, Marketingchef von General Motors. Schon am Montag hatte Ford bekannt gegeben, derzeit sehr sorgsam mit seinem Vorrat an Batterien für Hybridfahrzeuge umzugehen. Sie werden vom japanischen Sanyo-Konzern geliefert.

Chipindustrie: Auch die japanischen Chiphersteller haben ihre Produktion während des Erdbebens im ganzen Land heruntergefahren. Sie zählen weltweit zu den wichtigsten Herstellern und Lieferanten. Sie stehen für ein Fünftel des Branchenumsatzes von insgesamt 300 Milliarden Dollar (216 Milliarden Euro). Wann wieder in vollem Umfang gefertigt wird, ist ungewiss. Die Fabriken müssen erst auf Schäden untersucht werden, denn für die Herstellung von Chips sind staubfreie Fabrikhallen notwendig. Untersuchungen dieser Art können Wochen und Monate dauern.

Flash-Speicher, wie sie etwa in Apples tragbarem, tastaturlosen Computer iPad verwendet werden, stehen auf Japans Exportgüterliste weit oben. Deswegen muss nun der US-Computerbauer fürchten, dass schon bald die Bauteile etwa für das gerade eingeführte iPad2 knapp werden.

Ebenfalls gefährdet ist Japans Internet-Industrie: Denn deren Server stehen zu einem Gutteil im Großraum Tokio. Wegen der befürchteten Stromknappheit berichteten erste Anbieter davor, dass sie ihre Rechenzentren bald kontrolliert herunterfahren müssen.

Versicherungen: Erdbeben und Tsunami könnten der Branche nach ersten Schätzungen nie dagewesene Kosten aufbürden. Die Rating-Agentur Standard & Poor's spricht von versicherten Schäden im zweistelligen Milliarden-Dollar-Wert. Bei Rückversicherern wie den Branchengrößen Münchener Rück, Swiss Re und Hannover Rück könnten die Gewinne deutlich leiden.