Sicherheit

Wikileaks: 2008 warnten Experten vor Atomkraftwerken

Womöglich hätte der GAU in Japan verhindert werden können. Das geht aus einer US-Depesche vom 17. Dezember 2008 hervor: Experten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) warnten die Japaner vor Problemen bei der Sicherheit ihrer Kernkraftwerke.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichte die Depesche, die der Berliner Morgenpost vorliegt.

Darin wird von einem Expertentreffen der Nuclear Safety and Security Group der acht führenden Wirtschaftsnationen im Dezember 2008 berichtet. Die Depesche hat 15 Unterpunkte, im sechsten wird auf Japan eingegangen: Der Vertreter der IAEA berichtete von Erfahrungen, wonach "Erdbeben in letzter Zeit das Grunddesign einiger Kraftwerke überfordert haben, und dass es sich dabei um ein ernstes Problem handelt". Und: Die Richtlinien zum Schutz japanischer Atomkraftwerke vor Erdbeben sei in den zurückliegenden 35 Jahren nur dreimal geprüft worden. Der IAEA-Vertreter erwähnte in diesem Zusammenhang kein konkretes Kraftwerk.

Dem britischen "Daily Telegraph" zufolge geht aus einer anderen US-Depesche geht hervor, dass Taro Kono, ein hochrangiger Parlamentarier im japanischen Unterhaus, US-Diplomaten im Oktober 2008 sagte, die Regierung verschleiere nukleare Störfälle. Kono behauptete, die Regierung würde zudem die Möglichkeit, Strom alternativ herzustellen, also etwa über Windkraft, ignorieren.