Rücktrittsrede

Doktoranden enttäuscht von Guttenberg

Die Doktoranden-Initiative, die mit einem offenen Brief an Kanzlerin Angela Merkel zur Plagiatsaffäre Karl-Theodor zu Guttenbergs für Aufsehen gesorgt hatte, hat sich enttäuscht von der Rücktrittsrede des Verteidigungsministers gezeigt.

"In der Rede hat er sich erneut kaum mit seinem eigenen Fehlverhalten beschäftigt, das sich nicht in der massiven Täuschung in seiner Dissertation erschöpft, sondern auch seinen Umgang mit ihr umfasst", so die Initiative am Mittwoch. "Unser Anliegen hat sich mit dem Rücktritt des Bundesministers der Verteidigung nicht erledigt." Merkel solle aufhören, die schwerwiegenden Täuschungen und den Umgang mit ihnen zu verharmlosen und die Konsequenzen für den Wissenschaftsstandort Deutschland sowie die politische Kultur in unserem Land zu leugnen.

Verteidigungsminister Guttenberg zollte nach den Worten der Präsidentin der Münchner Bundeswehr-Universität Wissenschaft und Offizieren Respekt. "Mit dem Rücktritt macht der Minister sehr deutlich, wie bedeutungsvoll die Ethik des wissenschaftlichen Arbeitens ist und wie hoch er auch die Ehre der Offiziere einschätzt", sagte Merith Niehuss. Karl-Theodor zu Guttenberg hinterlasse ein schwieriges Feld. "Er verlässt die Bundeswehr mitten in einer Reform, die sehr, sehr schwierig umzusetzen ist", so Niehuss. Das Aussetzen der Wehrpflicht sei eine politische Leistung, die ihresgleichen suche. Die Folgen aber müsse jetzt jemand anderes in die Hand nehmen.