Plagiats-Affäre

Bundeswehrverband: Die Soldaten schütteln den Kopf

Der Bundeswehrverband sieht die Plagiatsaffäre von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mit Sorge. In der Truppe sei deswegen "etwas ordentlich angekratzt, das ist gar keine Frage", sagte der Verbandsvorsitzende Ulrich Kirsch am Mittwoch im Radiosender Bayern2.

Das gelte weniger für die Soldaten im Auslandseinsatz als für die Bundeswehr in Deutschland. "Da wird der Kopf geschüttelt nach dem Motto: Hat das jetzt auch noch sein müssen." Schon bei den Vorfällen auf dem Schulschiff "Gorch Fock" sei nicht überall ein "so ganz tolles" Krisenmanagement gelaufen. Zu Guttenberg müsse nun ein wenig Ruhe in die Bundeswehr bringen. "Und das kann zu Guttenberg - er ist weiter der Minister der Verteidigung - nur selber lösen, indem er sich klar positioniert, wie es weitergehen soll. Uns treibt um, wie geht es mit der Reform weiter", sagte Kirsch. Es seien ja noch keine Entscheidungen gefallen. Der Verbandschef nannte vor allem die Frage der Finanzierung. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) werde die Vorgaben machen. "Und da weiß ich natürlich heute nicht, wie der Minister zu Guttenberg sich jetzt künftig durchsetzen wird. Das wird ganz schwierig für ihn, das wird ganz schwierig für uns", sagte Kirsch.

Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Margret Wintermantel, warnte unterdessen davor, aus Guttenbergs zunächst unentdeckt gebliebenem Fehlverhalten falsche Schlüsse über das Promotionswesen an deutschen Universitäten zu ziehen: "Verstöße gegen die Prinzipien der Wissenschaft, die so schwerwiegend sind, dass akademische Grade aberkannt werden müssen, sind außerordentlich selten. Wenn es in diesen Einzelfällen zu bewusster oder grob fahrlässiger Verletzung der wissenschaftlichen Regeln kommt, darf das auf keinen Fall zu einem Generalverdacht gegen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und erst recht nicht gegen die Universitäten selbst führen", erklärte Wintermantel: "Wir benötigen in unseren Hochschulen eine Atmosphäre von Offenheit, Kreativität und Leistungsbereitschaft."