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Wendemanöver

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Guttenberg am Mittwoch: "Der Vorwurf, meine Doktorarbeit sei ein Plagiat, ist abstrus. Ich bin gerne bereit zu prüfen, ob bei über 1200 Fußnoten und 475 Seiten vereinzelt Fußnoten nicht oder nicht korrekt gesetzt sein sollten, und würde dies bei einer Neuauflage berücksichtigen. (...) Die Anfertigung dieser Arbeit war meine eigene Leistung."

Guttenberg am Freitag: "Meine von mir verfasste Dissertation ist kein Plagiat, und den Vorwurf weise ich mit allem Nachdruck von mir. Sie ist über etwa sieben Jahre neben meiner Berufsabgeordnetentätigkeit als junger Familienvater in mühevollster Kleinarbeit entstanden, und sie enthält fraglos Fehler. (...) Ich werde selbstverständlich aktiv mithelfen festzustellen, inwiefern darin ein wissenschaftliches, ich betone, ein wissenschaftliches Fehlverhalten liegen könnte. Und ich werde gerne bis zum Ergebnis dieser Prüfung vorübergehend, ich betone, vorübergehend auf das Führen des Titels verzichten - allerdings nur bis dahin. Anschließend werde ich ihn wieder führen. (...)"

Guttenberg am Montag: "(...) Ich habe ... an diesem ... Wochenende mir auch die Zeit nehmen dürfen ..., mich auch noch einmal mit meiner Doktorarbeit zu beschäftigen ... Und nach dieser Beschäftigung ... habe ich auch festgestellt, wie richtig es war, dass ich am Freitag gesagt habe, dass ich den Doktortitel nicht führen werde. Ich sage das ganz bewusst, weil ich ... feststellen musste, dass ich gravierende Fehler gemacht habe ..., die den wissenschaftlichen Kodex, den man so ansetzt, nicht erfüllen ... Und deswegen stehe ich auch zu diesen Fehlern ... Und ich sage ebenso und mit der notwendigen ... und mir in diesen Tagen gerne abgesprochenen Demut ..., dass ich mich von Herzen bei all jenen entschuldige, die ich mit Blick auf die Bearbeitung dieser Doktorarbeit verletzt habe. Das ist eine Entschuldigung, die von Herzen kommt und die als solche auch zu sehen ist. (...)"