Protest

Demonstration am Brandenburger Tor gegen Mubarak

Vor dem Brandenburger Tor versammelten sich rund 300 Demonstranten und Politiker, um mit Plakaten und Sprechchören gegen den ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak zu protestieren.

Sie bildeten einen großen Kreis und riefen immer wieder: "Mubarak muss weg!" und "Freiheit für Ägypten!". Anschließend errichteten sie eine Mahnwache, die so lange aufrechterhalten werden soll, bis Husni Mubarak seinen Rücktritt erklärt.

Organisiert hatten sich die Gruppe über das Online-Netzwerk Facebook, sagte eine der Sprecherinnen der Gruppe, Heba Ahmad. Die 24 Jahre alte Ägypterin lebt seit vier Jahren in Berlin und studiert Philosophie an der Freien Universität. Zusammen mit Freunden hat sie die Gruppe "Egyptian German Network for Changing Egypt" gegründet, die aktuell rund 500 Mitglieder hat. "Ich habe viele Freunde und Familienmitglieder in Kairo, um die ich Angst haben muss", sagt Heba Ahmad. Deshalb demonstriere sie seit eineinhalb Wochen hier in Berlin. "Aber heute am Brandenburger Tor sind zum ersten Mal richtig viele Berliner gekommen."

Judith Laub (31) ist eine von ihnen. Sie hat in ihrer Neuköllner Wohnung ein Plakat gemalt, auf dem steht, dass Mubarak in Deutschland "nicht willkommen" sei. Viele auf der Demonstration haben davon gehört, dass sich der ägyptische Präsident in Deutschland behandeln lassen wolle. Unionsfraktionsvize Andreas Schockenhoff (CDU) hatte in der "Bild am Sonntag" gesagt, dass Deutschland Ägyptens Staatschef Husni Mubarak aufnehmen solle. "Wir brauchen einen friedlichen Übergang in Ägypten", sagte er. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts sagte der Berliner Morgenpost über eine mögliche Aufnahme Mubaraks in Deutschland: "Diese Frage stellt sich nicht."