Migration

Berlin tut viel für die Integration

In der Hauptstadt leben laut dem Statistischen Landesamt 450 000 Menschen, die nicht Deutsche sind. Die größte Gruppe stammt mit 105 000 aus der Türkei - das sind so viele Menschen, wie Koblenz Einwohner hat. Die Türken sind die mit Abstand größte Gruppe. Zum Vergleich: In Berlin leben 40 000 Polen und 19 000 Serben.

Der Berliner Senat hat viele Programme aufgelegt, durch die die Integration gestärkt werden soll. So gibt es etwa Deutschkurse für Mütter, damit in den Familien die Kinder nicht nur Türkisch und Arabisch sprechen, und Anlaufstellen für ausländische Frauen, die in ihrer Familie misshandelt wurden. Dazu kommen noch Hunderte Kiezprojekte. Allein der Wegweiser zu solchen gezielten Anlaufpunkten für Migranten umfasst 290 Seiten. "Aber auch der Sport ist ein wesentlicher Bestandteil einer langfristigen Integration", sagte am Wochenende der Präsident des Landessportbundes, Klaus Böger, auf der Fraktionsklausur der Berliner SPD in Dresden. Von den gut 100 000 Kindern haben 40 000 keinen deutschen Pass oder Eltern, die aus dem Ausland stammen.

Viele Straftaten

Auch institutionell bemüht sich der Senat um die Stärkung der Integration. So gibt es seit 2003 einen Landesbeirat für Integration und Migration, der sich mit den Problemen der Zuwanderer in Berlin beschäftigt. Die Stadt hat mit Günter Piening auch einen eigenen Integrationsbeauftragten, der zusammen mit seinen Mitarbeitern Beratungen für Zuwanderer anbietet und die Integrationsprozesse mitsteuern soll. Der Senat ist sogar so weit gegangen, als erstes Bundesland ein Integrationsgesetz zu verabschieden, das vorsieht, die Zahl der Migranten im öffentlichen Dienst auf 25 Prozent zu steigern. Das Gesetz ist umstritten.

In vielen Stadtteilen mit hohem Migrantenanteil ballen sich dennoch die Probleme. Hohe Arbeitslosigkeit, viele Hartz-IV-Empfänger, Probleme in der Schule. Der vergangene Woche vorgestellte Sozialatlas zeigte, dass gerade die Problemgebiete wie etwa der Beusselkiez in Moabit, das Gebiet westlich der Weddinger Müllerstraße oder die Spandauer Wilhelmstadt weiterhin als sozial gefährdet gelten. Dort, wo sich die Probleme konzentrieren, werden Jugendliche mit Migrationshintergrund auch häufig zu Straftätern. Im Bereich der Intensivtäter weisen 81 Prozent einen Migrationshintergrund auf, davon sind 33 Prozent Türken und 49 Prozent Araber. Für den Integrationsbeauftragten Piening ist das aber weniger ein ethnisches, sondern vielmehr ein soziales Problem.