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Jesuiten-Rochade in Deutschland

Wechsel Das Berliner Canisius-Kolleg bekommt einen neuen Rektor. Der bisherige, Pater Klaus Mertes (56), wechselt als Direktor an das Kolleg Sankt Blasien im Schwarzwald. Mertes ersetzt ab 1. September 2011 den bisherigen Leiter von Sankt Blasien, Pater Johannes Siebner (49). Siebner, selbst Schüler aus den von Missbrauch stark betroffenen Jahrgängen in Berlin, wird am 17. Juli Rektor des ebenfalls in die Schlagzeilen geratenen Bonner Aloisiuskollegs. Das Canisius-Kolleg soll bereits ab dem 6. Mai von Pater Tobias Zimmermann (43) geführt werden.

Aufgedeckt Pater Klaus Mertes, seit 2000 Rektor des Jesuitengymnasiums an der Berliner Tiergartenstraße, hatte Ende Januar 2010 die Debatte über sexuellen Missbrauch in der Kirche angestoßen, indem er Fälle an seiner Schule aus den 70er- und 80er-Jahren bekannt gemacht hatte. Sein Wechsel habe nichts mit der Aufklärung dieser Missbrauchsfälle zu tun, hieß es seitens des Provinzialats. "Es ist üblich, sämtliche Leitungsämter nach gewissen Zeiträumen neu zu besetzen", sagte Sprecher Thomas Busch der Berliner Morgenpost.

Abschied In oberen Leitungsebenen sei ein Wechsel nach sechs Jahren üblich, bei Schulrektoren "nach bis zu zehn Jahren", wird als Grund genannt. Das Kollegium ist über den Weggang des populären, aber auch umstrittenen Rektors informiert. "Ich wusste immer, dass ich Berlin eines Tages wieder würde verlassen müssen", sagte Mertes. Sein Weggang sei wegen der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle seit eineinhalb Jahren aufgeschoben worden. "Natürlich tut es mir weh, Berlin zu verlassen, aber es wartet auch eine große Aufgabe auf mich."