Die Frühgeschichte des deutschen BND

Spitzel und Spione: Eine Auswahl von BND-Skandalen

1952: Die DDR offenbart in ihren Propagandablättern die Existenz der Organisation Gehlen, zu der auch viele alte Nazis gehören sollen. Die westdeutsche Öffentlichkeit ist allerdings nicht besonders überrascht: In Zeiten des Kalten Krieges verdrängt die Bedrohung durch den Kommunismus das Unbehagen gegenüber ehemaligen Hitler-Schergen.

1952: Eine Karteikarte des BND verzeichnet den Ausenthaltsort des gesuchten Nazi-Verbrechers Adolf Eichmann: Argentinien, nicht Ägypten. Dennoch blieb die Information ohne Folgen. Erst 1957 wird Eichmann in Buenos Aires erkannt und Ermittlungen aufgenommen. Zielfahnder des israelischen Geheimdienstes Mossad ergreifen ihn 1960. 1962 wurde Eichmann dort zum Tode verurteilt.

1953: Werner Haase alias "Fritz Heisler", der Leiter der Filiale 120 D der Organisation Gehlen, wird von der Stasi in West-Berlin verschleppt. Ungewöhnlich rasch, nämlich nach nur drei Jahren Haft in der DDR, wurde Haase gegen einen Freund von DDR-Spionagechef Markus Wolf ausgetauscht.

1954: Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Otto John, verschwindet aus West-Berlin und taucht wenig später in Ost-Berlin wieder auf, wo er Propaganda für die SED macht. Hintergrund des Verschwindens ist auch seine Auseinandersetzung mit Reinhard Gehlen. Ein Jahr später kehrt John zurück und behauptet, von der Stasi entführt worden zu sein.

1961: Der BND meldet kurz vor dem Mauerbau in Berlin, dass die DDR Grenzsperren vorbereite. Der zutreffende Bericht findet in der Politik keine Resonanz.

1975: Spezialisten des BND und des Verfassungsschutzes bauen in Zellen und Sprechzimmer des Hochsicherheitsgefängnisses Stuttgart-Stammheim Abhörmikrofone ein. Das ist ein klarer Verstoß gegen Grundrechte von Angeklagten und Verteidigern.