Fieberkurve Friedrichstraße

Das Mädler-Haus und der legendäre DDR-Chinese

Beim Namen Mädler denken die meisten zunächst an die aufwendig restaurierte Mädler-Passage in Leipzig - doch auch in Berlin ließ der Lederwarenfabrikant Anton Mädler ein sechsgeschossiges Kaufhaus bauen.

Das Haus an der Friedrichstraße 58, Ecke Leipziger Straße, war ein großes Warenhaus. Im Krieg schwer beschädigt, wurde es erst in den 80er-Jahren erstmals saniert. Das chinesische Restaurant im ersten Stock war auch im Westen eine Legende: Sowohl Personal als auch Speisen kamen direkt aus China. Nach der Wende ließ eine Bank als Besitzer das Jugendstilgebäude leer stehen, 1998 nahmen sich Privatleute aus Düsseldorf seiner an. Im Erdgeschoss hat heute ein Friseur seine Räume, in den oberen Etagen sind Büros.

Diagonal gegenüber waren schon im Jahr 1996 die Bagger angerückt. Sie trugen eine bunte Edel-Platte ab: Das "Casino" (Nr. 191), erst 1991 fertig geworden und nie eröffnet. Mit Spielbank, Casino, Fitnesscenter, orientalischer Sauna, Fast Food und Shopping sollte es vor allem Touristen anlocken. Heute steht auf dem Gelände, mit düster-schwarzer Fassade, das "Quartier Stadtmitte".