Gedenken

Ein neues Ehrenmal für die gefallenen Soldaten

Im Beisein von Bundespräsident Horst Köhler weiht die Bundeswehr heute ihr neues Ehrenmal in Berlin ein. Im Bendlerblock, dem Dienstsitz des Verteidigungsministeriums, soll künftig der 3100 Toten gedacht werden, die seit Gründung der Bundesrepublik in deren Dienst starben.

Das vier Millionen Euro teure Bauwerk aus Bronzeblech trägt die Inschrift: "Den Toten unserer Bundeswehr. Für Frieden, Recht und Freiheit."

Bisher gab es keine zentrale Gedenkstätte, jede Waffengattung hatte ihr eigenes Ehrenmal. Die Idee für einen neuen Erinnerungsort kam Ende 2005 auf, als bei einem Selbstmordanschlag in Kabul ein Oberstleutnant der Reserve getötet und zwei weitere Soldaten verletzt wurden. Nach kurzem Zögern stellte sich Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) damals hinter die Forderung einer Bundeswehr-Initiative, die an einem gemeinsamen Ehrenmal an die im Auslandseinsatz getöteten Kameraden erinnern wollte. Den Grundstein für das Monument legte Jung im November 2008. Er wünschte sich eine "würdige" Gedenkstätte für die Soldaten, "die gefallen sind". Das Ehrenmal soll der Soldaten gedenken, die bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr ums Leben gekommen sind, aber auch an alle anderen Soldaten und Zivilisten erinnern, die im Dienst für die Bundeswehr starben.

Der Münchner Architekt Andreas Meck hat das Denkmal entworfen. Es erinnert mit seiner teilweise von Säulen getragenen Rechteckform an eine griechische Halle. Mit einjähriger Verzögerung begannen im Herbst 2008 die Bauarbeiten dafür. In dem Gedenken an die Toten wird es nun keine ursprünglich diskutierte Abgrenzung zwischen Unfall und Anschlag sowie zwischen Inland und Ausland geben.

Auch um den Standort hatte es eine längere Diskussion gegeben. Bundestagsabgeordnete plädierten dafür, das Ehrenmal in der Nähe des Bundestags zu errichten, da dieser über die Einsätze der Parlamentsarmee entscheide. Auch der Bundeswehrverband hatte sich für einen prominenteren Ort eingesetzt. Jung aber wollte das Denkmal in unmittelbarer Nähe seines Ministeriums haben.