Umfrage

Schwarz-Grün ist beliebt

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Christine Richter

Hamburg hat es mit Schwarz-Grün vorgemacht, das Saarland ist ein bisschen gefolgt und hat seit wenigen Monaten eine Jamaika-Regierung aus CDU, Grünen und FDP - und die Deutschen finden das gut: 42 Prozent der Bundesbürger befürworten eine schwarz-grüne Koalition auch auf Bundesebene.

Dies geht aus der neuesten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Magazins "Stern" und des Senders RTL hervor.

Die Entwicklung ist beeindruckend, denn vor wenigen Jahren war ein schwarz-grünes Bündnis auf Bundesebene für kaum jemanden vorstellbar. Nun aber plädieren 42 Prozent der Unionsanhänger und sogar 72 Prozent der Grünen-Wähler für eine Zusammenarbeit der beiden Parteien. Die größten Differenzen gibt es bei den Anhängern bei der Atompolitik.

Und die Perspektiven für ein solches Regierungsbündnis sind da: Am 9. Mai wird in Nordrhein-Westfalen ein neuer Landtag gewählt. In den Umfragen hat die amtierende schwarz-gelbe Landesregierung unter Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) derzeit keine Mehrheit mehr. Dies liegt vor allem an der bundesweiten Schwäche der FDP, die sich auch auf den nordrhein-westfälischen Wahlkampf auswirkt. Für Schwarz-Grün könnte es dagegen reichen. Beide Parteien haben öffentlich eine Zusammenarbeit nicht ausgeschlossen.

Und im nächsten Jahr wird dann auch in Berlin ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. In den letzten Umfragen hat die Berliner SPD deutlich an Zustimmung eingebüßt und liegt bei rund 22 Prozent, die Berliner CDU kommt derzeit auf 23 bis 25 Prozent, die Grünen liegen knapp unter 20 Prozent. Die Linken können nach den Umfragen mit 14 bis 16 Prozent der Stimmen rechnen, die FDP liegt unter zehn Prozent. Für ein schwarz-grünes Bündnis würde ein solches Wahlergebnis nicht reichen, wohl aber für eine Jamaika-Koalition. Und so wird in den Parteien schon jetzt über mögliche Spitzenkandidaten für die Abgeordnetenhauswahl im Jahr 2011 diskutiert. Vor allem die Grünen sind nach Informationen der Berliner Morgenpost entschlossen, eine eigene Spitzenkandidatin für das Amt des Regierenden Bürgermeisters aufzustellen, sollten sich die Umfragewerte bei rund 20 Prozent stabilisieren. Im Gespräch dafür ist Renate Künast, derzeit Fraktionschefin der Grünen im Bundestag. Sie war lange Jahre Mitglied im Berliner Abgeordnetenhaus und kennt die Stadt genau. Bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr waren die 54-jährige Künast und Jürgen Trittin dann die beiden Spitzenkandidaten der Grünen.

FDP rutscht weiter ab

Gar nicht gut sieht es derzeit für die FDP aus. In der politischen Stimmung rutschen die Liberalen weiter ab: Wenn am Sonntag schon ein neuer Bundestag gewählt würde, käme die FDP nur noch auf sieben Prozent (siehe Grafik). Die CDU liegt derzeit bei 35 Prozent. Und die Grünen halten ihr Rekordhoch von 17 Prozent.