Kirche

Segensfeier als Alternative zur Jugendweihe

Auch als Alternative zur "Jugendweihe" bietet die katholische Kirche eine "Segensfeier für Nichtgetaufte" an: Erstmals gibt es diese Möglichkeit jetzt auch an der Katholischen Theresienschule Weißensee. Die Segensfeier für Nichtgetaufte, "erfunden" vom Erfurter Weihbischof Reinhard Hauke, richtet sich an Jugendliche, die alternativ zur Jugendweihe gehen könnten.

Wie das Angebot an der Theresienschule angekommt, beschreibt Judith Völz, die vier Mädchen auf ihrem Weg begleitet hat:

"Schon oft gab es Anfragen an die Katholische Theresienschule, ob Jugendliche, die nicht zur Jugendweihe gehen wollten, ein christlich verantwortetes Alternativangebot finden könnten. Ausgehend vom Profilkurs Religion begann im Rahmen der Schulseelsorge ein Projekt, für das sich auch Oberstufenschüler engagierten. Sie übernahmen wesentlich die Gestaltung der Vorbereitungstreffen.

Die Aufregung war allen Beteiligten ins Gesicht geschrieben, als kürzlich die Segensfeier in der Aula unserer Schule anstand. Am aufgeregtesten waren wohl die vier Mädchen Lena, Isi, Kati und Sophia (aus der siebten Klasse), die sich segnen lassen und so einen alternativen Schritt ins Erwachsenwerden symbolisch begehen wollten. Die Aufregung nahm dann aber spürbar ab, als eine Band die Feier eröffnete.

Zwar haben wir, die Gruppenleiter Judith Völz (18) und Markus Mokosch (18), vorher sämtliche Details mit den Mädchen abgesprochen und geprobt, doch kurz vor der Feier war alles vor lauter Aufregung wie weggeblasen.

Ich habe die ganze Feier mit einem weinenden und einem lachenden Auge begleitet, denn zum einen war ich heilfroh, dass alles geklappt hat und so ein rundum gelungener, würdiger Abschluss der knapp viermonatigen Vorbereitungszeit gebildet wurde: Der evangelische Schulpfarrer und der katholische Schulseelsorger spendeten ökumenisch den Segen. Zum anderen hieß die Segnung aber auch Abschied nehmen von der lieb gewonnen Vierergruppe.

Es war schon enorm, wie schnell die Mädchen zu uns "Fremden" Vertrauen gefasst haben und es allen Beteiligten sichtlich Spaß gemacht hat, wenn wir uns dienstags trafen. Die Gespräche über Sinn- und Wertevorstellungen im Leben haben alle ein ganzes Stück weitergebracht - doch gab es kein Treffen ohne die obligatorische Schokolade.

Alles in allem habe ich den Eindruck "meinen vier Mädels" eine Tür zum Erwachsenwerden geöffnet zu haben und bin mir mehr als sicher, dass sie ihre Wege gehen werden."

Wo die Feier sonst noch angeboten wird

Die "Segensfeier für Nichtgetaufte" will Jugendliche erreichen und Themen, die sie bewegen, aufgreifen. In der Vorbereitung auf die Feier in der Kirche sollen ihre Erwartungen, Hoffnungen und auch Befürchtungen offen zur Sprache kommen. "Die Kirche hat damit reagiert auf eine Nachfrage nach einem Mittelweg zwischen Jugendweihe und Firmung. Die Firmung kommt für Ungetaufte nicht in Frage, die Jugendweihe ist manchen Jugendlichen nicht die angemessene Form", so die Pressestelle des Erzbischöflichen Ordinariats Berlin. Auch der Pfarrer der St. Hedwigs-Kathedrale in Mitte, Monsignore Alfons Kluck, bietet seit Jahren eine "Wunsch- und Segensfeier für Ungetaufte" an ( www.kathedralforum-berlin.de ). Im Erzbistum Berlin gibt es solche Segensfeiern außerdem noch am Bernhardinum, der Katholischen Schule in Fürstenwalde (Brandenburg).