Bildung

Gute Lehrer, schlechte Lehrer

Lehrer sind begehrt: Weil in den nächsten Jahren viele von ihnen aus Altersgründen ausscheiden, gibt es zwischen den Bundesländern bereits einen regelrechten Wettbewerb um Nachwuchskräfte. Doch was erwarten Schüler von einem idealen Lehrer?

Eine Umfrage:

Lennart Bahr: Für mich sollte der perfekte Lehrer konsequent sein. Seine Schüler sollten Respekt vor ihm haben. Er sollte vermitteln, dass Lernen auch Spaß machen kann. Dies erreicht er z. B. durch die gezielte Förderung von schwächeren Schülern. In seiner Benotung ist ein "Traumlehrer" unparteiisch und gerecht. Auch sollte er eine Vorbildfunktion für Schüler übernehmen und zuverlässig sein.

Ein "Traumlehrer" darf gerne Hausaufgaben aufgeben, diese sollten aber dem jeweiligen Leistungsstand angepasst sein. Man sollte hierfür nicht länger als 45 Minuten pro Hauptfach bzw. 25 Minuten pro Nebenfach benötigen.

Kl. 8a, Kath. Schule Salvator, Reinickendorf

Pia Gutsche: Für mich ist derjenige ein guter Lehrer, der die Schüler respektiert und jeden gleich behandelt. Er sollte geduldig und sympathisch sein und in einem ruhigen Ton sprechen. Wichtig ist, dass er gut erklären kann und Spaß daran hat, den Schülern etwas beizubringen. Auch sollte er Meinungen respektieren, sollte auf die Ideen der Schüler eingehen und kreativ und vielseitig unterrichten. Den Schülern, die Schwierigkeiten haben, sollte der Lehrer helfen. Projekte in Gruppen sollte er mit einplanen und die Klasse unter Kontrolle halten.

Kl. 8d, Friedrich-Ebert Gymnasium, Wilmersdorf

Nike, Viktoria, Miriam & Sarah: Wir, ein Team höchst kompetenter Schüler, haben uns der Mission gestellt, im Urwald Schule das geheimnisvollste aller Tiere zu erforschen - den Lehrer. Außer mystischen Gerüchten ist kaum etwas über ihn bekannt. Wir versuchen, ihnen auf den Grund zu gehen...

Auch Lehrer lassen sich im Großen und Ganzen in Übergruppen einordnen: in beliebte und unbeliebte. Beliebte Lehrer müssen nicht unbedingt die besten sein. Meist schaffen es gerade diese nicht, ihr Rudel, also die Klasse, unter Kontrolle zu halten. Auch das unbeliebte Exemplar hat nicht mehr Erfolg und so kommt der äußerst seltene Lehrer ins Spiel: eine Untergattung des beliebten Lehrers: der fast perfekte Lehrer. Er ist beliebt, humorvoll und fair. Trotzdem kann er streng, durchsetzungsfähig und respekteinflößend sein. Aber: Lehrerarten treten immer wieder in mutierter Form auf, sodass wir uns auf unsere nächste Dschungel-Expedition und Überraschungen freuen. Der Urwald Schule ist spannend.

Kl. 8b, Schulfarm Insel Scharfenberg, Reinickendorf

Vanessa Grull: Für mich muss ein guter Lehrer nett, freundlich, gut gelaunt und vor allem unkompliziert sein. Er sollte so erklären können, dass es jeder verstehen kann. Außerdem sollte er geduldig sein, denn sonst würde er nie die Aufmerksamkeit bekommen, die er/sie gerne hätte. Der Unterricht sollte interessant gestaltet werden. Außerdem wäre es nicht schlecht, wenn der Lehrer Unterricht im Freien machen würde. Draußen kann auch das Gehirn viel besser arbeiten als im Klassenraum.

Kl. 8.2, Leonardo-da-Vinci-Gymnasium, Buckow

Yasin, Eren, Premtona, Uy Vu & Kevin: Ein Lehrer ist geduldig, wenn er mir die Aufgaben erklärt. Ein Lehrer ist hilfsbereit, wenn er den Schülern bei den Aufgaben hilft.

Ein Lehrer ist fair, wenn er alle Schüler gleich behandelt. Ein Lehrer ist zu streng, wenn er gleich rummeckert, weil Schüler miteinander reden. Ein Lehrer ist unternehmungslustig, wenn er auch mal mit der Klasse Ausflüge macht. Ein Lehrer ist humorvoll, wenn er mit den Schülern lacht, wenn sie Witze machen. Ein Lehrer ist gemein, wenn er mir nicht hilft.

Ein Lehrer muss viele Ideen haben, damit er den Unterricht gut gestalten kann. Ein Lehrer ist nett, wenn er uns mit den Nachbarn zusammenarbeiten lässt. Ein Lehrer ist streng, wenn er nur brüllt.

Ein Lehrer ist freundlich, wenn er die Schüler auf dem Hof begrüßt.

Arenaklasse GM 2, Ferdinand-Freiligrath-Schule, Kreuzberg

Luisa & Thyra : Ein guter Lehrer sollte helfen, wenn man etwas nicht weiß. Er sollte Verständnis haben, großzügig und freundlich sein. Er muss gut erklären können. Er sollte nicht alle bestrafen, wenn nur wenige etwas gemacht haben. Er sollte mit seiner Klasse viele Ausflüge unternehmen. Er sollte im Unterricht nicht nur die guten Schüler drannehmen, die sich ständig melden, sondern auch den etwas schlechteren eine Chance geben.

KG 7.11, Carlo-Schmid-Oberschule, Spandau

Claudia: Ich finde, dass bei einem Lehrer die menschlichen Eigenschaften und die Ausstrahlung unglaublich wichtig sind. Lehrer sollten die Fähigkeit besitzen, Inhalte gut zu vermitteln und Schüler neutral bewerten. Strenge und Lockerheit sollten in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Ein Lehrer sollte fachlich qualifiziert sein und auf nahezu jede Frage eine Antwort haben. Und: Lehrer sollten gegenüber Schülern Respekt zeigen, das hebt das Lernklima an.

Jg. 10 R, Theodor-Haubach-OS, Tempelhof

Melda Erden: Der Lehrer sollte Autorität nicht durch Strenge, sondern durch Wissen und Durchsetzungsvermögen zeigen und außerdem Verständnis für die Probleme seiner Schüler haben. Der Lehrer sollte bedenken, dass er auch mal Schüler war und über kleine Streiche oder diverse Spick- und andere Versuche auch mal lächeln...

Jg. 10 R, Theodor-Haubach-OS, Tempelhof

Lena Timm: Ein Lehrer muss ausgeglichen und belastbar sein. Kein Lehrer kann alle Fächer gleich gut unterrichten, aber zu seinem Fach sollte er stehen und sich immer damit beschäftigen. Seinem Unterricht sollte man gut folgen können. Ganz wichtig ist, dass der Lehrer Fragen seiner Schüler ernst nimmt und beantworten kann.

Kl. 8a, Carl-Bechstein-Gymnasium, Erkner

Markus Meyer: Ein guter Lehrer sollte den Unterrichtsstoff verständlich und anschaulich vermitteln können. Zum Üben darf er nicht zu viele Hausaufgaben von einem Tag zum anderen vergeben, denn es schließlich gibt mehrere Fächer, für die etwas erledigt werden muss. Besonders wichtig ist, dass er Forderungen streng und konsequent durchsetzt. Besonders beliebt ist ein Lehrer, wenn er nicht nur ernst, sondern auch spaßig sein kann.

Kl. 8a, Carl-Bechstein-Gymnasium, Erkner

Paula Leocadia Pleiss: Der Lehrer redet und redet und redet. Die Schüler versuchen, dem Unterricht zu folgen, doch sobald sie merken, dass sie sich sowieso nur die Hälfte des Gesagten einprägen können, sind sie unkonzentriert. Einige Lehrer versuchen ohne jedes Konzept, Schülern Lehrtexte aus Büchern einzutrichtern...

Ein gutes Beispiel geben stattdessen Profilklassen ab, die ein spezielles Unterrichtsangebot haben - z. B. im Bereich Musik, Sport, Mathematik, Medien & Kommunikation. Auch in methodischer Hinsicht bieten manche Profilklassen Alternativen zum herkömmlichen Unterricht. Ich besuche z. B. das Lilienthal-Gymnasium, das Profilklassen im Bereich Medien & Kommunikation anbietet. Ich bin zufrieden, doch natürlich gibt es dort auch Verbesserungsmöglichkeiten. Ich würde mir z. B. mehr Projektarbeit und Umgang mit technischen Medien wünschen.

Jg. 8, Lilienthal-Gymnasium, Steglitz

Nezir Morina: Um als Lehrer einen guten Eindruck zu hinterlassen, ist eine Menge Selbstbewusstsein erforderlich, denn manche Schüler nutzen es aus, wenn der Lehrer nicht selbstbewusst ist. Es gibt noch viele Eigenschaften, die ein Lehrer haben sollte: z. B. sollte er liebevoll sein, seine Meinung vertreten und andere Meinungen akzeptieren, nicht zu stur sein und Verständnis haben. Natürlich kann ein Lehrer nicht alle diese Eigenschaften besitzen, denn er ist auch nur ein Mensch. Umgekehrt sollten wir Schüler es den Lehrern nicht so schwer machen!

Kl. 7a, Lessing-Gymnasium, Mitte