Wahlen

Dirk Hilbert ist Dresdens neuer Oberbürgermeister

FDP-Kandidat setzt sich im zweiten Wahlgang durch

Dirk Hilbert (FDP) bleibt Chef im Dresdner Rathaus. Seit vier Monaten vertritt er bereits als Stellvertreter die Ende Februar vorzeitig aus dem Amt geschiedene Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU). Nun wählten ihn die Dresdner mit klarer Mehrheit zu deren Nachfolger. Wie das städtische Wahlamt mitteilte, kam der 43-Jährige am Sonntag im zweiten Wahlgang auf 54,2 Prozent und setzte sich damit gegen die sächsische Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange durch.

Die SPD-Politikerin, die von der rot-rot-grünen Stadtratsmehrheit unterstützt wurde, erhielt 44 Prozent der Stimmen. Der Kandidat der Spaßpartei Die Partei, Lars Stosch alias Lara Liqueur, kam auf 1,8 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 42,7 Prozent. Schon vor Ende der Auszählung hatte Hilbert sich zum Sieger der Wahl erklärt und von einem „fulminanten Ergebnis“ gesprochen. „Ich bin sehr froh und dankbar für dieses Ergebnis, persönlich und als ihr neuer Oberbürgermeister“, sagte er. Er wolle das durch Pegida entstandene Bild Dresdens geraderücken.

Stange kündigte an, weiter Wissenschaftsministerin bleiben zu wollen. „Zum Glück weiß ich, dass mich der eine oder andere gern im Ministeramt sieht.“ SPD-Chef und Vizeministerpräsident Martin Dulig habe ihr gesagt, dass er sie gern weiter an seiner Seite wisse. Im Wahlergebnis sieht Stange einen Beleg für eine tiefe Spaltung der Stadt. „Es wird darauf ankommen, die Stadt wieder zu vereinen in den nächsten Jahren und mit allen zusammenzuarbeiten, die Zukunft gestalten wollen“, sagte sie vor ihren enttäuschten Anhängern. Im ersten Wahlgang hatte noch Stange mit 36 Prozent der Stimmen vor Hilbert (31,4 Prozent) das beste Ergebnis eingefahren. In der zweiten Runde gelang es dem 43-Jährigen, die Stimmen aus dem bürgerlichen Lager auf sich zu vereinen.