Kritik

Flüchtlingsbeauftragte bezeichnet Meißener Anschlag als Schande

Die Flüchtlingsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), hat den Brandanschlag auf eine geplante Asylunterkunft im sächsischen Meißen verurteilt.

„Es ist eine Schande, dass Menschen, die bei uns Schutz vor Krieg und Gewalt in ihrer Heimat suchen, auch hier in Angst leben müssen“, erklärte Özoguz am Montag in Berlin. Aus dieser Tat spreche „der pure Hass einer kriminellen Minderheit“. „Verantwortung tragen aber auch die geistigen Brandstifter, die im Internet gegen Asylbewerber hetzen und zu den Protesten gegen Flüchtlingsheime aufrufen“, fügte die SPD-Politikerin hinzu.

Unbekannte hatten sich in der Nacht zu Sonntag gewaltsam Zutritt zu dem Haus verschafft und mit Hilfe von Brandbeschleunigern Feuer in der noch unbewohnten Unterkunft gelegt. Ein Zimmer brannte komplett aus, durch den Ruß wurden aber auch die meisten anderen Wohnungen beschädigt, wie das Operative Abwehrzentrum (OAZ) der sächsischen Polizei am Montag mitteilte.

Insgesamt waren in dem Haus acht neu sanierte Wohneinheiten für Flüchtlinge vorgesehen. Dort sollten nach Angaben des Landratsamts Meißen etwa 25 Asylbewerber untergebracht werden, die ersten davon in den kommenden Wochen. Eine Sprecherin des OAZ erklärte, die Ermittlungen würden „intensiv in alle Richtungen“ geführt. Ein fremdenfeindliches Motiv werde nicht ausgeschlossen. Die Polizei beschäftigt sich auch mit zwei Schreiben gegen Asylbewerber. Ein Zettel sei während einer Pegida-Demonstration verteilt worden, ein anderer wurde an die Tür der geplanten Flüchtlingsunterkunft geheftet. Darauf wurden die Flüchtlinge aufgefordert, das Land so schnell wie möglich wieder zu verlassen. Das OAZ sieht darin aber keinen Hinweis auf einen bevorstehenden Anschlag.