Nachrichten

Politik

Nigeria: Zwölfjährige sprengt sich auf Marktplatz in die Luft ++ Russland: Nato verstärkt ihre schnelle Eingreiftruppe ++ Deutschland: Rund ein Drittel mehr Pflegebedürftige bis 2030

Zwölfjährige sprengt sich auf Marktplatz in die Luft

Eine erst etwa zwölfjährige Selbstmordattentäterin hat im Nordosten Nigerias zehn Menschen in den Tod gerissen. Das Mädchen habe den Sprengsatz auf dem Markt von Gujba, südlich der Provinzhauptstadt Damaturu, inmitten von Händlern und Kunden gezündet, berichteten nigerianische Medien am Mittwoch unter Berufung auf Augenzeugen. Das Kind sei vor dem Anschlag am Dienstag entschlossenen Schrittes zu den Getreideständen gelaufen. Hinter der Bluttat wird die Terrorgruppe Boko Haram vermutet. Erst am Montagabend hatten sich auf dem Fischmarkt von Maiduguri im Nachbarstaat Borno zwei junge Frauen in die Luft gesprengt. Mindestens dreißig Menschen wurden getötet.

Nato verstärkt ihre schnelle Eingreiftruppe

Angesichts der Spannungen mit Russland will die Nato die Zahl der Soldaten in ihrer schnellen Eingreiftruppe NRF auf bis zu 40.000 erhöhen. Zudem sollen Entscheidungsprozesse gestrafft werden, um im Krisenfall eine schnellere Reaktion zu ermöglichen. „Wir werden uns nicht in einen Rüstungswettlauf hineinziehen lassen, aber wir müssen dafür sorgen, dass unsere Mitgliedsstaaten sicher sind“, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch in Brüssel. Die Nato sei mit einem neuen Sicherheitsumfeld konfrontiert. Nach inoffiziellen Angaben sind für die Krisenreaktionstruppe bislang rund 20.000 Soldaten gemeldet.

Rund ein Drittel mehr Pflegebedürftige bis 2030

Die Zahl pflegebedürftiger Menschen in Deutschland wird in den nächsten 15 Jahren um etwa 35 Prozent steigen. Galten 2013 noch rund 2,6 Millionen Menschen als pflegebedürftig, so werden es im Jahr 2030 voraussichtlich 3,5 Millionen sein. Das hat das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden errechnet. „Triebfeder dieser Entwicklung ist die Alterung der starken Babyboomer-Jahrgänge der in den 50er- und 60er-Jahren Geborenen“, sagte Bevölkerungsforscher Stephan Kühntopf am Mittwoch. Den Berechnungen nach wird es weniger Pflegebedürftige unter 65 Jahren geben, weil das allgemeine Gesundheitsniveau steigt.