Protest

Boykott der US-Firmen gegen Südstaatenflagge

Attentäter von Charleston posierte im Netz mit der Fahne

Die US-Wirtschaft senkt den Daumen über der Südstaatenflagge: Wenige Tage nach dem Massaker in einer schwarzen Kirchengemeinde in South Carolina nehmen immer mehr Firmen alle Produkte mit diesem Symbol aus ihren Sortimenten. Inzwischen wird das traditionsreiche Wahrzeichen vor allem mit rassistischen Ressentiments in Verbindung gebracht. Nach Einzelhandelskonzernen wie Walmart und Sears sowie mehreren Flaggenherstellern schlossen sich nun auch Internetgiganten wie Google, Amazon und Ebay dem Boykott an.

„Wir haben beschlossen, dass die Konföderiertenflagge gegen unsere Anzeigenpolitik verstößt. Diese erlaubt keine Inhalte, die allgemein als Ausdruck von Hass gegen eine bestimmte Gruppe verstanden werden“, erklärte ein Google-Vertreter. Neben den Flaggen selbst sollen etwa auch Kleidungsstücke und Messer, die das weiß umrandete blaue Schrägkreuz auf rotem Grund zeigen, nicht mehr beworben und vertrieben werden.

Vergangene Woche waren in einer Kirche in Charleston neun afroamerikanische Gläubige erschossen worden. Mutmaßlicher Täter ist der 21-jährige Dylann Roof, der aus rassistischen Motiven gehandelt haben soll. Auf Fotos, die im Internet veröffentlicht wurden, posiert er mit einer Südstaatenflagge.

In der Politik zeichnen sich bereits Konsequenzen ab. Auf Initiative der republikanischen Gouverneurin von South Carolina, Nikki Haley, sollen nun die Abgeordneten entscheiden, dass die Flagge nicht länger vor dem Parlament des Bundesstaates hängen darf. Hillary Clinton verurteilte sie als „Symbol der rassistischen Vergangenheit unserer Nation“. Die Südstaatenflagge diente den Konföderierten Staaten als Banner im Bürgerkrieg von 1861 bis 1865. In South Carolina verbinden manche mit ihr immer noch die stolze Geschichte des Bundesstaates, während viele andere darin ein schändliches Symbol für die dunklen Zeiten der Sklaverei sehen.