Zulauf

Immer mehr junge Frauen ziehen in den Dschihad

Immer mehr junge Frauen aus Deutschland folgen dem Ruf der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) zum Dschihad in Syrien oder im Irak.

Bislang seien 700 Islamisten aus Deutschland in Richtung der Kampfgebiete ausgereist, darunter annähernd 100 Frauen, teilte das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) in Berlin mit. Am Mittwoch wurde eine Frau aus Bonn als IS-Helferin zu drei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Sie hatte der Terrorgruppe rund 5000 Euro zukommen lassen. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht sprach die 26-Jährige wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung schuldig. Ihr Ehemann, ebenfalls aus Bonn, kämpft als Terrorist in den Reihen des „Islamischen Staats“. Ein 23-jähriger Bonner Islamist erhielt ein Jahr und neun Monate Haft auf Bewährung. Ihm wurden zwei Geldsendungen zugerechnet.

Die Zahl der Salafisten in Deutschland ist inzwischen auf 7500 gestiegen. Vor zwei Monaten zählte der Verfassungsschutz noch 7300 Männer und Frauen, die sich dieser besonders radikalen Auslegung des Islam zuordnen lassen. Der Zulauf zu Salafisten und zum IS sei ungebrochen, sagt BfV-Präsident Hans-Georg Maaßen. „Dabei sehen wir eine verstärkte Anziehungskraft gerade auf junge Frauen, die auf Rekrutierungsaktivitäten sowohl im Internet als auch durch persönliche Kontakte hereinfallen.“ Die Zahl der Ausreisen junger Frauen habe in jüngster Zeit deutlich zugenommen, stellen die Verfassungsschützer fest. Über die Hälfte von ihnen sei zum Zeitpunkt der Ausreise jünger als 25 Jahre alt gewesen, etwa 15 Prozent minderjährig. Ein Drittel der bislang Ausgereisten ist nach BfV-Angaben wieder zurückgekehrt. Bei mehr als 50 von ihnen gibt es Erkenntnisse, dass sie Kampferfahrungen gesammelt haben – sie gelten als besonders gefährlich.