Rücktritt

Dänemark rückt bei Parlamentswahl nach rechts

Nach einem Rechtsruck bei der Parlamentswahl bekommt Dänemark eine neue Regierung.

Ein historischer Erfolg der Rechtspopulisten brachte die Koalition der sozialdemokratischen Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt am Donnerstag zu Fall. Die rechte Dänische Volkspartei ist mit 21,1 Prozent zweitstärkste Kraft im Parlament. Doch an der Spitze der künftigen bürgerlichen Regierung steht wohl der Liberale Lars Løkke Rasmussen, dessen Partei Venstre zu den großen Verlierern zählt.

Thorning-Schmidt hat die Macht verloren, obwohl ihre Sozialdemokraten mit 26,3 Prozent der Stimmen leicht zulegten und wieder größte Partei im Parlament, dem Folketing, sind. Noch in der Wahlnacht erklärte die Ministerpräsidentin ihren Rücktritt auch als Parteichefin. „Zum Führen gehört, zum richtigen Zeitpunkt abzutreten“, sagte die 48-Jährige. Vor vier Jahren war sie als erste Frau an die Spitze des Landes gerückt. „Aber ich werde nicht die letzte sein“, sagte Thorning-Schmidt mit Tränen in den Augen. Es gilt als sicher, dass die Parteichefs Løkke Rasmussen bei der traditionell folgenden „Königinnenrunde“ als neuen Regierungschef vorschlagen – obwohl dessen Venstre von 26,7 auf 19,5 Prozent abrutschte. Die vier Parteien des Mitte-rechts-Lagers – Liberale, Rechtspopulisten, Konservative (3,4 Prozent) und liberale Allianz (7,5 Prozent) – wollen ihn als Regierungschef stützen.

„Wir haben keine besonders gute Wahl gehabt“, räumte Løkke Rasmussen ein. Er kündigte eine „breite Zusammenarbeit“ im Parlament an. Wie eine Regierung unter seiner Führung aussehen soll, war angesichts des überragenden Erfolgs der Dansk Folkeparti zunächst unklar. Mehr als jede fünfte Stimme (21,1 Prozent) ging an die Rechtspopulisten.